Abenteurer Höllisch mutig
Was Teufelskerle zum Äußersten treibt und was sie der Menschheit bringen
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- Felix Baumgartner wagt hier den Sprung aus 21,8 Kilometern Höhe. (picture alliance | dpa | Jay Nemeth | Global Newsroom Han)
Herbert Nitsch tauchte 185 Meter ohne Flasche. David Smith Junior ließ sich mit 112 Stundenkilometern aus einer Kanone schießen. Colonel Stapp setzte sich auf einen Raketenstuhl und musste hart abbremsen. Manch einer denkt, diese Menschen seien lebensmüde - andere sehen sie als Teufelskerle. Einer, der zum Club der Waghalsigen und Rekordbrecher gehört, ist der Österreicher Felix Baumgartner.
Felix Baumgartner ist Extremsportler. Sein jüngstes Projekt: Aus 36 Kilometer Höhe will er mit einem Fallschirm auf die Erde springen und dabei die Schallmauer durchbrechen. Weil die Bedingungen bei seinen bisherigen Versuchen nicht passten, wurde die Aktion mehrmals verschoben. Menschen auf Normalnull staunen: Ist das toll - oder nur tollkühn? Bringen solche Waghalsigkeiten die Menschheit voran?
Like Hell
Sicher ist: All diese Männer teilen Eigenschaften, die auch dem Teufel zugeschrieben werden - Wagemut, Geschicklichkeit, Rücksichtslosigkeit, Unberechenbarkeit. Teufelskerle bereiten sich akribisch auf ihre Abenteuer und Rekordversuche vor. Felix Baumgartner etwa trainiert seit Jahren für seinen Sprung.
Ohne Menschen, die das Unmögliche ausprobieren, würde es keinen Fortschritt geben. Mit ihren Abenteuern verschieben sie Grenzen und zeigen, was der menschliche Körper aushält. DRadio Wissen hat sie einen Tag lang fest im Blick.
Daredevils international: berühmte Teufelskerle
Nico Rau fasst die wagemutigsten Abenteurer der Welt
Laird Hamilton bezwingt mietshaushohe Wellen. (dpa | picture alliance )Ohne die nötige Portion Wahnsinn lässt sich nicht nachvollziehen, warum sich etwa der Surfer Laird Hamilton freiwillig in Wellen wagt, die so hoch sind wie ein Mietshaus. Bei Grenzgängern wie Colonel Stapp, der sich auf einen Raketenstuhl setzte und bei dem Extrembergsteiger Reinhold Messner steht der Erkenntnisgewinn im Vordergrund, bei Motorradstuntman Evel Knievel und Surfer Laird Hamilton der Thrill.
Die Höhenretter von Brandwache 5
Thilo Jahn hat sich aus luftiger Höhe retten lassen
Die Mitglieder der "Brandwache 5" retten Menschen aus einstürzenden Gebäuden. (Thilo Jahn)Wenn ein Haus beschädigt wurde und sich im einsturzgefährdeten dritten Stock eine bewegungsunfähige Person befindet, sind Höhenretter gefragt. Dazu gehören die Feuerwehrmänner von der Brandwache 5. DRadio-Wissen-Reporter Thilo Jahn hat sich von ihnen bei einer Übung von einem Turm retten lassen und auf Karabiner und Technik vertraut. Er erzählt, ob Feuerwehrmänner auch Teufelskerle sind.
Was Teufelskerle antreibt
Der Wagnisforscher Siegbert Warwitz über das kalkulierte Risiko
Motorradstuntman Evel Knievel sprang in Las Vegas von einem Hochhaus zum nächsten - auf dem Motorrad (dpa | picture alliance)Zwar suchen Teufelskerle den Thrill, doch dahinter steckt in Wirklichkeit sehr viel Fleißarbeit, sagt Siegbert Warwitz. Er hat erforscht, warum sich Menschen überhaupt auf risikoreiche Wagnisse einlassen. Dahinter steckten manchmal ein Trauma, Zwang oder die Lust an der Angst. In den meisten Fällen sei es eine Mischung dieser Motive, sagt Siegbert Warwitz.
Geisteszustand: Abenteuer
Der Schweizer Bertrand Piccard erklärt, was ihn antreibt
Bertrand Piccard will im Solarflugzeug die Erde umrunden. (dpa | picture alliance | Luca Piergiovanni)Als erster Mensch umkreiste Bertrand Piccard die Erde in einem Ballon - ohne Zwischenstopp. Sein nächstes Projekt: in einem Solarflugzeug die Erde umrunden - angetrieben allein von der Kraft der Sonne. Bertrand Piccard liegt das Abenteuer im Blut, stammt er doch aus einer Familie von Pionieren. Mehr als die Abenteuer selbst, fesseln den ausgebildeten Psychiater aber die Bewusstseinsebenen in Extremsituationen.