Ägypten Sexuelle Gewalt nach der Revolution
Cornelia Wegerhoff spricht am V-Day über körperliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen in Ägypten
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- Frauen demonstrieren in Kairo auf dem Tahrir-Platz gegen sexuelle Belästigung (picture alliance / dpa / romain Beurrier/Wostok Press)
Körperliche und vor allem auch sexuelle Gewalt ist in Ägypten auch in der Zeit nach Husni Mubarak eine oft angewendete Methode Frauen zu unterdrücken und sie aus dem öffentlichen Leben zurückzudrängen.
Vor 15 Jahren nahmen einige politisch aktive Künstlerinnen den Valentinstag zum Anlass, um mit der Aufführung des Theaterstücks The Vagina Monologues ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen zu setzen. In den folgenden Jahren wurden jeweils am 14. Februar ähnliche Aktionen initiiert - damit war der "V-Day" geboren.
"One Billion Rising"
Jahr für Jahr sind Frauen dazu aufgerufen an Streiks und Protestaktionen teilzunehmen, um ihre Solidarität mit Frauen zu demonstrieren, die Opfer psychischer und physischer Gewalt geworden sind. Im Rahmen der Kampagne "One Billion Rising" sollen Frauen ihre Häuser und Arbeitsstätten verlassen, um an einem öffentlichen Platz zu tanzen. Das "Billion" steht stellvertretend für die Tatsache, dass ein Drittel aller Frauen und Mädchen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werden.
Zunahme von sexueller Gewalt in Ägypten
Ägypten ist eines der Länder, in denen Frauen sich mehr und mehr gegen sexuelle Gewalt solidarisieren und auch öffentlich dazu äußern. Seitdem sich ägyptische Frauen für die Ziele der politischen Revolution im Land einsetzen, scheint die sexuelle Gewalt gegen sie zugenommen zu haben - vermutlich, weil es der Wunsch vieler Männer ist, die Frauen aus dem öffentlichen Leben wieder zu verbannen. Auch am zweiten Jahrestag der Revolution kam es zu Massenvergewaltigungen auf dem Tahrir-Platz. Aber auch sexuelle Belästigung von Frauen gehört zum Alltag in Ägypten und hat in den letzten Monaten sogar zugenommen.
Öffentliche Diskussion
Diese Vorfälle werden inzwischen auch öffentlich diskutiert. Eine Politikerin äußerte, dass man sexuelle und körperliche Gewalt gegen Frauen eigentlich wie ein Kriegsverbrechen einordnen müsse. Sie fügte aber hinzu, dass es noch keinen Begriff für die Straftat der sexuellen Gewalt in vermeintlichen Friedenszeiten gäbe. DRadio-Wissen-Reporterin Cornelia Wegerhoff spricht über einzelne Fälle, aber auch über die soziale Lage in Ägypten am zweiten Jahrestag der Revolution
im Land am Nil.