Ägypten Vermehrt sexuelle Gewalt gegen Frauen
Susanne El Khafif hat mit Frauenorganisationen in Kairo gesprochen
In Ägypten nehmen die Übergriffe auf Frauen zu - oft kommen die Angriffe von Polizei oder Militär.
Ägypten steckt noch immer in einer Phase des Umbruchs. Eine Hoffnung zu Beginn der Revolution war, dass ägyptische Frauen gestärkt aus diesen Veränderungen hervorgehen. Doch danach sieht es momentan nicht aus.
132 Übergriffe auf dem Tahrir-Platz
Die Gewalt, auch sexuelle Gewalt, gegen Frauen nimmt nicht ab. Davon zeugt zum Beispiel die Harassmap, eine digitale Landkarte, auf der Frauen den genauen Ort verzeichnen können, an dem sie Opfer eines sexuellen Übergriffs wurden. 132 Einträge waren bis Anfang September 2012 allein rund um den Tahrir-Platz vermerkt, dem zentralen Ort der Revolution. Statistiken gibt es allerdings nicht.
"Die Frauen fühlen sich oft hilflos und ohnmächtig"
Frauenorganisationen in Ägypten sehen besonders politisch aktive Frauen von sexuellen Übergriffen bedroht. Deutschlandfunk-Redakteurin Susanne El Khafif hat in Kairo festgestellt: Es gibt auch vermehrt Übergriffe von Seiten staatlicher Stellen: Polizei, Militär und Sicherheitskräfte. "Die Frauen fühlen sich oft hilflos und ohnmächtig", sagt El Khafif, "aus Angst, dass ihnen die Schuld in die Schuhe geschoben wird."