Ärztemangel SOS von der Insel
Almuth Knigge hat sich bei Juister Inselärzten ins Wartezimmer gesetzt
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- Auf der Insel Juist herrscht akuter Ärztenotstand. (wetterrolf | flickr | cc by-nc-sa | DRadio Wissen)
Viel Arbeit und vergleichsweise wenig Honorar - sich auf den ostfriesischen Inseln als Arzt niederzulassen scheint nicht besonders attraktiv. Oft müssen sich nur zwei Ärzte um Einheimische und Touristen kümmern.
Urlaub am Meer soll ja bekanntlich die Gesundheit fördern. Der mecklenburgische Herzog Friedrich Franz ließ auf Anraten seines Rostocker Leibarztes Professor Samuel Gottlieb Vogel 1793 das erste deutsche Seebad in Heiligendamm an der Ostsee errichten. Professor Vogel wollte die "außer Zweifel gesetzte heilsame Wirkung" des Seewassers beweisen. Die Nordseeinseln folgten bald, und wenn sich der erschöpfte Mensch von den Mühen des modernen Lebens erholen will, dann sucht er gerne eine der Inseln auf. Aber was tun, wenn es nicht so recht klappt mit der Gesundung, die Pumpe Probleme macht. Auf deutschen Inseln, sei es in Nord- oder Ostsee, ausgerechnet dort, wo die Salzluft die Lunge weiten und der feine Sand die Füße schmeicheln soll, ausgerechnet auf den Inseln sind die Ärzte knapp und wird Nachwuchs verzweifelt gesucht.
Mehr Geld wäre eine Lösung
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen geht angesichts des Mangels schon so weit, Inselärzten Erschwerniszuschläge zu zahlen. Auch eine Umsatzgarantie ist im Gespräch. Hinzu kommen spezielle Vergütungen für Bereitschaftsdienste. Der Verdienst sei nicht das Problem, meint die KV, mit Geld kann man eine Menge Probleme lösen, sagen zum Beispiel die Ärzte auf der Insel Juist. Auf der kleinsten der ostfriesischen Inseln ist die Situation besonders schwierig. Es gibt kein Krankenhaus, keine Fachärzte, im Sommer vervielfacht sich das Patientenaufkommen und die Notfallversorgung ist schwierig. Die beiden Juister Ärzte teilen sich die Bereitschaftsdienste, das sind mindestens 180 Tage im Jahr. Würde allerdings noch ein Arzt auf die Insel kommen, dann reiche das Honorar kaum noch aus, so die Mediziner.
Notfall im Wattenmeer - Deutsche Welle