Freitag, 24. Mai 2013

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Aids Sicher fühlen  

Während auf der Weltaids-Konferenz vom Ende der Krankheit die Rede ist, infizieren sich jedes Jahr immer noch 2,5 Millionen Menschen mit HIV.

Eine Hand hält eine aufgerissene Kondom-Verpackung.
Kondome schützen vor der Infizierung mit dem HI-Virus und damit vor Aids. Allerdings gibt es keinen absoluten Schutz. (meddygarnet | Flickr | CC BY 2.0.)

Irgendwie geht es nicht zusammen: Auf der Aids-Konferenz in Washington wird Optimismus verbreitet. Das Ziel, die Epidemie zu beenden, sei erreichbar. Allerdings sind die bloßen Zahlen weiterhin erschreckend.

Jedes Jahr infizieren sich etwa 2,5 Millionen Menschen neu mit dem Humanen Immundefizienz-Virus: HIV. Darüber hinaus gibt es aktuelle Studien, die von resistenten Stämmen des Virus berichten. Das Gefühl, das einmal mehr bleibt, ist Verunsicherung. Dabei wollen die Betroffenen und Partner nur eines: sich sicher fühlen. Vor allem beim Sex.

Weltweit sind rund 34 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, circa 73.000 davon leben in Deutschland. Die meisten Erkrankten, 90 Prozent, leben in Schwellen- und Entwicklungsländern. Also dort, wo es immer noch nur wenige Medikamente gibt, keine Krankenkassen oder kein ausgeprägtes Bewusstsein für die Krankheit. Diese Kombination ist dafür verantwortlich, dass die Epidemie weiterhin ein globales Problem ist.

Zu Beginn der Weltaidskonferenz hat einer der beiden Vorsitzenden an eine weitere, erschreckende Zahl erinnert: Bis heute sind rund 30 Millionen Menschen an der Krankheit gestorben.

 

Leben mit infiziertem Partner
Wolfgang Wermter hat einen HIV-positiven Partner und berichtet, was das im Alltag bedeutet.

Wolfgang und AndreasWolfgang Wermter (links) und Andreas Wermter (iwwit)Wolfgang Wermter lebt mit seinem HIV-positiven Partner Andreas Wermter zusammen, sie arbeiten als "Rollenmodelle" für die Deutsche Aidshilfe. Wenn Andreas seine Tabletten nimmt und das Virus im Blut nicht nachweisbar ist, ist eine Ansteckung unwahrscheinlich. Einige Organisationen halten selbst Kondome nicht mehr für zwingend notwendig. Auch Wolfgang und Andreas verzichten auf Kondome.

 

25.000 gegen eine Krankheit
Martin Winkelheide berichtet aus Washington, wie die Aidskonferenz abläuft.

Das Wort "Aids" steht auf einer Eisenbahnbrücke gesprüht, aufgenommen in Frankfurt am Main im April 2012.Ist Aids bald Geschichte? (dpa | Wolfram Steinberg)Die 19. Internationale Aidskonferenz hat mit einer Erklärung begonnen: Das Ende von Aids ist in Reichweite. Ist das eine Absichtserklärung oder tatsächlich ein realistisches Ziel? Wenn jemand die Antwort weiß, dann die Forscher, Experten und Aktivisten, die gerade in Washington sind. Insgesamt sind es rund 25.000. Und unser Reporter ist einer von ihnen.

 

 

Sexberatung in Zeiten von Aids
Ein Gespräch mit dem Sexualpädagogen Holger Erb, Profamilia

Ein zärtlicher KussAids und Aufklärung über die Risiken - das gehört nach wie vor zusammen. (AP)Statistiken über das Ansteckungsrisiko sind zwar regelmäßig Teil der Debatte in den Medien, die Mehrheit der Menschen aber beeinflussen diese Statistiken nicht. Das ist die Erfahrung des Sexualpädagogen Holger Erb, der bei der Profamilia berät. Trotz des empfehlenswerten Gebrauchs von Kondomen, sagt Erb, muss jeder Mensch wie auch die Gesellschaft mit einem Restrisiko leben.

 

Geschäfte mit Aids
Ein Gespräch mit der Medizinerin Christiane Fischer

Grüne Kondome liegen in einem EinkaufswagenSportlich: Safer Sex wäre in jedem Fall günstiger als jede Aids-Behandlung. (Marian Ritter/ Flickr/ cc by-sa/ 2.0/ deed.de)Die medizinische Therapie von Aids ist in den vergangenen Jahren günstiger geworden: Früher kostete eine Aids-Therapie in Deutschland pro Jahr mehrere Tausend Euro - in Indien ist eine solche Therapie für 69 Dollar erhältlich, erklärt Christiane Fischer. Die Ärztin ist Mitglied der deutschen Ethikkommission und kritisiert, die Pharmaindustrie habe nur ihre Gewinne und nicht die Gesundheit der Menschen im Blick.

 

Die Entdeckung des HI-Virus
Klaus Kastan über die Anfänge der weltweiten Erkrankung und Mareike Aden über die HIV-Hauptstadt Odessa

Ein russischsprachiges Plakat zur Aidsprävention in einem von dem Kinderhilfswerk unterstützten Aidscenter in der ukrainischen Hafenstadt Odessa, mit dem Titel, der übersetzt "Manage deine eigene Sicherheit" ("Managen" und "Fahren" bedeuten in russischer Sprache das gleiche) lautet, zeigt ein Mercedeslenkrad in einem Kondom, von zwei Händen gehalten, und soll zum Gebrauch von Kondomen anregen"Manage deine eigene Sicherheit" steht auf einem Plakat zur Aidsprävention in Odessa. (dpa | Wolfgang Langenstrassen)Vor 31 Jahren wurde zum ersten Mal über fünf homosexuelle Männer berichtet, die trotz körperlicher Fitness offenbar an einer seltenen Form der Lungenentzündung erkrankt waren. Drei Jahrzehnte nach der Entdeckung des HI-Virus hat sich Odessa zur Aids-Hauptstadt Europas entwickelt: Experten gehen von bis zu 150.000 Fällen in der Millionen-Stadt aus.

 

 

Vor 30 Jahren wurde HIV entdeckt (Wdh. vom 06.06.2011)

Odessa: Hauptstadt des HIV (Wdh. vom 01.12.2011)



Mehr bei DRadio Wissen:

Gefährliche Sorglosigkeit
Dank moderner Medikamente hat Aids seinen Schrecken verloren. Das hat fatale Folgen.
(Natur vom 18.07.2012)

Mobiles Labor im Kampf gegen Aids
Seit einem Jahr ist ein mobiles HIV-Labor mit deutscher Technik östlich von Kapstadt unterwegs.
(Natur vom 14.05.2012)

Mein Studium: Sexualwissenschaft
Sex ist ein Thema, das in dem merkwürdigen Spannungsfeld steht, jeden zu betreffen, aber trotzdem ein Tabu zu sein.
(Mein Studium vom 13.05.2012)

Pfarrer mit Kondom
Stefan Hippler setzt sich für seine theologischen Überzeugungen ein - auch gegen Widerstände.
(Redaktionskonferenz vom 13.10.2011)

 

Weitere Informationen:

"Wir können Aids kontrollieren"
Jahrelang durften HIV-Infizierte nicht in die USA einreisen, jetzt findet erstmals seit langem die Welt-Aids-Konferenz in Washington statt.
(spiegel.de vom 23.07.2012)

Clinton hält Sieg über Aids für möglich
(tagesschau.de vom 24.07.2012)

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