Aids Sicher fühlen
Während auf der Weltaids-Konferenz vom Ende der Krankheit die Rede ist, infizieren sich jedes Jahr immer noch 2,5 Millionen Menschen mit HIV.
-
- Kondome schützen vor der Infizierung mit dem HI-Virus und damit vor Aids. Allerdings gibt es keinen absoluten Schutz. (meddygarnet | Flickr | CC BY 2.0.)
Irgendwie geht es nicht zusammen: Auf der Aids-Konferenz in Washington wird Optimismus verbreitet. Das Ziel, die Epidemie zu beenden, sei erreichbar. Allerdings sind die bloßen Zahlen weiterhin erschreckend.
Jedes Jahr infizieren sich etwa 2,5 Millionen Menschen neu mit dem Humanen Immundefizienz-Virus: HIV. Darüber hinaus gibt es aktuelle Studien, die von resistenten Stämmen des Virus berichten. Das Gefühl, das einmal mehr bleibt, ist Verunsicherung. Dabei wollen die Betroffenen und Partner nur eines: sich sicher fühlen. Vor allem beim Sex.
Weltweit sind rund 34 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, circa 73.000 davon leben in Deutschland. Die meisten Erkrankten, 90 Prozent, leben in Schwellen- und Entwicklungsländern. Also dort, wo es immer noch nur wenige Medikamente gibt, keine Krankenkassen oder kein ausgeprägtes Bewusstsein für die Krankheit. Diese Kombination ist dafür verantwortlich, dass die Epidemie weiterhin ein globales Problem ist.
Zu Beginn der Weltaidskonferenz hat einer der beiden Vorsitzenden an eine weitere, erschreckende Zahl erinnert: Bis heute sind rund 30 Millionen Menschen an der Krankheit gestorben.
Leben mit infiziertem Partner
Wolfgang Wermter hat einen HIV-positiven Partner und berichtet, was das im Alltag bedeutet.
Wolfgang Wermter (links) und Andreas Wermter (iwwit)Wolfgang Wermter lebt mit seinem HIV-positiven Partner Andreas Wermter zusammen, sie arbeiten als "Rollenmodelle" für die Deutsche Aidshilfe. Wenn Andreas seine Tabletten nimmt und das Virus im Blut nicht nachweisbar ist, ist eine Ansteckung unwahrscheinlich. Einige Organisationen halten selbst Kondome nicht mehr für zwingend notwendig. Auch Wolfgang und Andreas verzichten auf Kondome.
25.000 gegen eine Krankheit
Martin Winkelheide berichtet aus Washington, wie die Aidskonferenz abläuft.
Ist Aids bald Geschichte? (dpa | Wolfram Steinberg)Die 19. Internationale Aidskonferenz hat mit einer Erklärung begonnen: Das Ende von Aids ist in Reichweite. Ist das eine Absichtserklärung oder tatsächlich ein realistisches Ziel? Wenn jemand die Antwort weiß, dann die Forscher, Experten und Aktivisten, die gerade in Washington sind. Insgesamt sind es rund 25.000. Und unser Reporter ist einer von ihnen.
Sexberatung in Zeiten von Aids
Ein Gespräch mit dem Sexualpädagogen Holger Erb, Profamilia
Aids und Aufklärung über die Risiken - das gehört nach wie vor zusammen. (AP)Statistiken über das Ansteckungsrisiko sind zwar regelmäßig Teil der Debatte in den Medien, die Mehrheit der Menschen aber beeinflussen diese Statistiken nicht. Das ist die Erfahrung des Sexualpädagogen Holger Erb, der bei der Profamilia berät. Trotz des empfehlenswerten Gebrauchs von Kondomen, sagt Erb, muss jeder Mensch wie auch die Gesellschaft mit einem Restrisiko leben.
Geschäfte mit Aids
Ein Gespräch mit der Medizinerin Christiane Fischer
Sportlich: Safer Sex wäre in jedem Fall günstiger als jede Aids-Behandlung. (Marian Ritter/ Flickr/ cc by-sa/ 2.0/ deed.de)Die medizinische Therapie von Aids ist in den vergangenen Jahren günstiger geworden: Früher kostete eine Aids-Therapie in Deutschland pro Jahr mehrere Tausend Euro - in Indien ist eine solche Therapie für 69 Dollar erhältlich, erklärt Christiane Fischer. Die Ärztin ist Mitglied der deutschen Ethikkommission und kritisiert, die Pharmaindustrie habe nur ihre Gewinne und nicht die Gesundheit der Menschen im Blick.
Die Entdeckung des HI-Virus
Klaus Kastan über die Anfänge der weltweiten Erkrankung und Mareike Aden über die HIV-Hauptstadt Odessa
"Manage deine eigene Sicherheit" steht auf einem Plakat zur Aidsprävention in Odessa. (dpa | Wolfgang Langenstrassen)Vor 31 Jahren wurde zum ersten Mal über fünf homosexuelle Männer berichtet, die trotz körperlicher Fitness offenbar an einer seltenen Form der Lungenentzündung erkrankt waren. Drei Jahrzehnte nach der Entdeckung des HI-Virus hat sich Odessa zur Aids-Hauptstadt Europas entwickelt: Experten gehen von bis zu 150.000 Fällen in der Millionen-Stadt aus.
Vor 30 Jahren wurde HIV entdeckt (Wdh. vom 06.06.2011)
Odessa: Hauptstadt des HIV (Wdh. vom 01.12.2011)