Akupunktur Riskante Sticheleien
Über die umstrittene Wirksamkeit des Nadelstechens
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- Akupunktur kommt bei vielen Beschwerden zum Einsatz - nicht immer ist ihre Wirksamkeit nachgewiesen. (dpa)
Sie gilt als sanfte Alternative zur Schulmedizin: die Akupunktur. In einigen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung, weil eine handvoll medizinischer Studien ihr Wirksamkeit in der Schmerzbehandlung attestiert. Nun aber weist eine britische Untersuchung auf mögliche Nebenwirkungen hin. Akupunktur - Stichhaltige Wirkung? Unser Tagesthema.
Das Tagesthema ist eine Wiederholung vom 11.09.2012.
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Vor einigen Jahren haben die großen Krankenkassen Studien initiiert, die zeigen: Bei Schmerzen kann die Akupunktur helfen. Nur darüber, wie sie das tut, streitet sich die Fachwelt. Das genaue Treffen der Akupunkturpunkte scheint für die Wirkung nicht entscheidend zu sein.
Jetzt berichtet eine neue Studie des britischen Nationalen Gesundheitsdienstes von Nebenwirkungen: Schwindelanfälle oder kurzzeitige Bewusstlosigkeit zählt sie auf. Es kommt außerdem vor, dass Nadeln im Körper der Patienten vergessen werden. Möglich ist auch ein Kollabieren des Lungenflügels, wenn die Nadel zu tief in den Brustkorb gestochen wird. Zwar sind derlei Kunstfehler selten - sie zeigen aber, dass auch eine Akupunktur-Behandlung nicht ohne Risiko zu haben ist.
Pieksen und Piesacken: Akupunktur in China
Markus Rimmele wagt den Selbstversuch
In China wird Akupunktur seit Jahrtausenden praktiziert. (dpa)Die Akupunktur wird in China zwar regelmäßig angewandt, jedoch fast nur bei Schmerzbehandlungen. Neben den Kräuterkuren der Traditionellen Chinesischen Medizin spielt die Akupunktur eher eine Nebenrolle. Markus Rimmele hat sich für uns in Hong Kong pieksen lassen.
Der Bericht ist eine Wiederholung vom 11.10.2011.
Auch falsches Nadeln hilft
Volkart Wildermuth fasst die medizinischen Studien zu Nutzen und Risiken der Akupunktur zusammen
Akupunktur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin. (KayVee.INC/ Flickr/ cc by-nc-sa/2.0/deed.de)Zwei wesentliche Ergebnisse liefern die medizinischen Studien zur Akupunktur der vergangenen Jahre. Erstens: Die Akupunktur kann Schmerzen lindern, sogar effektiver, als die Schulmedizin. Zweitens: In den meisten Fällen ist es egal, ob die Nadeln in die Meridiane gestochen werden oder daneben - die Scheinakupunktur scheint genauso wirksam. Untersucht wurde dies bei Kopfschmerz, Knieverschleiß und Rückenschmerzen.
West-östliches Missverständnis
Ein Gespräch mit dem Arzt Hanjo Lehmann über Geschichte und Hintergründe der Akupunktur in Europa
Akupunktur-Chart aus der Zeit der Ming-Dynastie, etwa 1368 bis 1644 (Wiki Commons | gemeinfrei | Imagery of the History of Medicine)Die Akupunktur ist "in" in Deutschland, aber das nicht zum ersten Mal. Schon im 19. Jahrhundert gab es einen regelrechten Akupunktur-Hype, der gegen 1835 endete. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitete ein Franzose namens George Soulié de Morant das Wissen um die Akupunktur in Europa erneut - allerdings in einer eigenwilligen Übersetzung, die bis heute nachwirkt.
Einmal stechen und die Energie kommt zurück
Der Arzt und Akupunkturspezialist Gabriel Stux erklärt, wie Akupunktur wirkt und wie er sie anwendet
Akupunktur-Nadeln werden in bestimmte Punkte gestochen - oft an Händen, Füßen oder am Kopf. (dpa)Dünne Nadeln stecken wenige Zentimeter tief in der Haut und der Patient entspannt sich, damit sich die heilsame Wirkung der Akupunktur entfalten kann. Bei Heuschnupfen, Süchten oder Arthrose kann Gabriel Stux gute Erfolge verzeichnen. Die Nadeln lösen im Gehirn einen Reiz aus und führen dazu, dass "Glückshormone" wie Serotonin und Endorphin ausgeschüttet werden, sagt er. In anderen Fällen verbessere sich die Durchblutung.