Samstag, 18. Mai 2013

Hörsaal /

Angewandte Ethik Grundlagen der Menschenwürde  

Menschen in einem Foyer
Menschen in einem Foyer (Stock.XCHNG / Thad Zajdowicz)

Ein Streitgespräch zwischen Georg Lohmann und Markus Rothhaar.

In dieser Woche senden wir im Hörsaal Vorträge und Debatten, die im Zusammenhang mit der Konferenz "Menschenwürde in der Medizin – quo vadis?“ am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld entstanden sind.

Zwei Zitate, die für die Eingrenzung und das Verständnis des Begriffes "Menschenwürde“ wichtig sind:

"Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst. “ - Ein Zitat von Immanuel Kant, aus der Metaphysik der Sitten.

Sowie Artikel 1 des Grundgesetzes:

1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Dass beide Zitate der Ausdeutung bedürfen, zeigt das Streitgespräch der Philosophen Georg Lohmann und Markus Rothhaar.

Georg Lohmann hat den Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Magdeburg inne. Er beschäftigt sich mit den Themenbereichen Bioethik und Medizinethik. 1999 gehörte er zu den Mitherausgebern des Suhrkamp-Bandes "Philosophie der Menschenrechte“.

Mit den Grundmodellen der Ethik beschäftigt sich auch Markus Rothhaar vom Fachbereich Philosophie an der Fernuni Hagen. Für das Europäische Parlament und die SPD-Fraktion im Bundestag arbeitete Rothhaar zuvor zum Bereich Bioethik bzw. Recht und Ethik der modernen Medizin.

Im Gespräch zwischen den beiden stehen aber weniger Fragen der Medizinethik im Vordergrund, als vielmehr der Versuch, den Begriff "Menschenwürde“ historisch und moralisch zu verankern. Die Diskussion der beiden fand am 19. Mai 2011 statt.

Am Mittwoch (27.07.) beenden wir unsere Reihe "Menschenwürde in der Medizin“ mit einem weiteren Streitgespräch. Marcus Düwell vom Ethik-Institut der Universität Utrecht und Ralf Stoecker von der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam diskutieren dann die Intention der Menschenwürde: Soll sie die Handlungsfähigkeit des Menschen erhalten oder Schutz vor Demütigungen bieten?

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Handlungsfähigkeit kontra Schutz vor Demütigungen

    Was für eine Handlungsfähigkeit soll es wert sein geschützt zu werden wenn sie hier als Gegensatz zum Schutz vor Demütigungen dargestellt wird?! KEINE! Handlungsfähigkeit des Menschen darf nicht im Kontrast stehen!

    dodo 28.07.2011 20:02 Uhr

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