Mittwoch, 19. Juni 2013

Agenda /

Antarktis Kampf ums ewige Eis  

Gespräche mit Heinrich Miller, Detlef Damaske, Ernst Peter Fischer und eine Reportage von Jens Rosbach

Mondaufgang über einer Landschaft aus Eis.
Eine Welt aus Eis: die Antarktis. (AAD)

Am 14. Dezember 1911 - vor genau 100 Jahren - erreichte der Norweger Roald Amundsen mit seinem Team als Erster den geographischen Südpol. Bis heute ist eine Reise in die Antarktis ein Abenteuer. Und bis heute gehört der Kontinent aus Eis keinem: Internationale Verträge regeln den Schutz des Gebiets. Denn unter den Eismassen werden Bodenschätze und Rohstoffe vermutet. Mehrere Länder melden Gebietsansprüche an.

In der Antarktis sind die Lebensbedingungen so unwirtlich, dass selbst in den Sommermonaten Dezember und Januar die Temperatur selten über den Gefrierpunkt steigt.

Pinguine, Robben und Buckelwale sind dort zu Hause. Für den Menschen war dieser Kontinent ursprünglich nicht bewohnbar. Heute gibt es rund 80 Forschungsstationen in der Antarktis, in der meist Wissenschaftler zu Forschungszwecken leben.

 

Einsame Antarktis
Eine Reportage von Jens Rosbach

 

Gebietsansprüche in der Antarktis auf Eis
Ein Gespräch mit Heinrich Miller, stellvertretender Direktor des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven

Forscher in der Antarktis.Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts. (Ude Cieluch, Alfred-Wegener-Institut)Niemandem gehört der mit ewigem Eis überzogene siebte Kontinent - auch wenn insgesamt sieben Länder Gebietsansprüche erheben - Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und Norwegen. Im  Antarktisvertrag von 1959, der 1961 ratifiziert wurde, haben sich diese Länder auf das Aussetzen ihrer Gebietsansprüche sowie der friedlichen gemeinsamen Nutzung der Antarktis geeinigt. Dass der Kontinent und sein fragiles Ökosystem besonders schützenswert sind, erfasste 1991 ein Zusatzabkommen, das Madrid Protokoll. Es untersagt noch bis 2041 die Erkundung und Ausbeutung von Rohstoffen. Jede Änderung des Vertrags bedarf der Einstimmigkeit. "Das ist eigentlich ein gutes Konstrukt", sagt Heinrich Miller, stellvertretender Direktor des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. Es sei gar nicht so einfach, dass sich 27 Länder einigten.

 

Rohstoffe in der Antarktis
Ein Gespräch mit Detlef Damaske, Mitglied der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (BGR)

Sonnenschein in der AntarktisBodenschätze unter dem Eis. (jjunyent/flickr/CC BY-NC 2.0)Durchschnittlich zwei Kilometer misst die Eisschicht über dem Kontinent - trotzdem erforschen Wissenschaftler Geologie und Rohstoffvorkommen der Antarktis. Der antarktische Kontinent ist von zahlreichen Gebirgen durchzogen, die an verschiedenen Stellen durch das Eisschild ragen. Die geowissenschaftliche Erforschung dieser Gebirge lässt Rückschlüsse auf den tektonischen Grabenbruch und die geologische Entwicklung zu. Man glaubt, dass es in der Antarktis große Vorkommen an Erdöl, Erdgas, Kohle, Edelmetallen und anderen Bodenschätzen gibt: "Letztendlich vermutet man Rohstoffe wie in den umgebenden Kontinenten wie Australien und dem südlichen Afrika", sagt Detlef Damaske (BGR).

 

Wie Amundsen den Südpol vermaß
Ein Gespräch mit dem Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer, Professor an der Universität Heidelberg

Amundsen erreicht den Südpol: Das einzige Foto des Ereignisses von 1911.Amundsen erreicht den Südpol: Ein erst 2009 entdecktes Foto des Ereignisses von 1911. (picture alliance / dpa)Roald Amundsen erreichte am 14. Dezember 1911, vor seinem britischen Rivalen Robert Falcon Scott, mit vier Begleitern als erster Mensch den geographischen Südpol. Scott verlor den Wettlauf und kam auf dem Rückweg mit den anderen Expeditionsteilnehmern ums Leben. Amundsen allerdings wollte unbedingt sicherstellen, dass er sein Ziel erreicht hatte. Dazu führte er tagelang Messungen mit einem Sextanten durch. Die Ergebnisse trug er in Tagebücher ein. Eine spätere Auswertung dieser Daten ergab, dass sein Team den südlichsten Punkt der Erdkugel tatsächlich erreicht hat - mit einer Abweichung von höchstens 200 Metern.

 

2041 läuft die Schonfrist für die Antarktis ab. Was kommt danach? Diskutieren Sie mit uns auf Facebook.



Mehr bei DRadio Wissen:

Turbo-Schmelze an den Polen
Eisverlust auf Grönland und in der Antarktis schreitet voran.
(Natur vom 10.05.2011)

Antarktis: Lauschangriff auf Wale und Robben
Wissenschaftler horchen, was unter dem Eis der Antarktis passiert.
(Natur vom 04.02.2011)

 

Mehr zum Thema:

Video: Drama im ewigen Eis (youtube / ARD, 12.12.2011)

 

Weitere Links:

Amundsen: Kein Abenteurer, sondern ein Profi
(dradio.de, 14.12.2011)

Die Antarktis - das Gleichgewicht der Welt
(dradio.de, 08.09.2011)

Flugziel Antarktis - Erforschung des Kontinents
(dradio.de, 28.10.2011)

Arktis und Antarktis versprechen Öl- und Gasvorkommen
(bpb.de, 05.09.2008)

Menschen in der Antarktis
(planet-wissen.de, 16.10.2010)

Amundsen gegen Scott: Wettlauf zum Südpol
(zdf.de, 13.03.2011)

Bis ans eisige Ende
(nzz.ch, 12.12.2011)

Duell im Eis
(zeit.de, 14.12.2011)

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