Sonntag, 19. Mai 2013

Medien /

Arash Sigarchi Schreiben gegen den Schmerz  

Silke Hasselmann hat den iranischen Journalisten und Blogger Arash Sigarchi in Washington getroffen.

Die Rückenansicht eines Mannes der eine grüne Fahne hält und auf dessen Jacke der Aufdruck "Freedom for Iran" steht.
Grün war im Jahr 2009 die Farbe der Freiheit im Iran. (Max Braun | Flickr | CC BY-SA 2.0)

Aus dem amerikanischen Exil schreibt der iranische Blogger Arash Sigarchi Hintergründiges über seine Heimat. Gerade wurde er von der Deutschen Welle mit dem Best of Blog-Award ausgezeichnet.

Der 31-jährige Journalist Arash Sigarchi wurde 2004 im Iran zu 14 Jahren Haft verurteilt, wegen "Beleidigung des Obersten Geistlichen Führers", Ayatollah Khamenei, und  wegen "Interviews in ausländischen Medien". Durch die Unterstützung der Anwältin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi konnte diese Strafe auf drei Jahre verkürzt werden, von denen er 14 Monate im Gefängnis saß. Seit 2008 lebt er im Exil in Washington. Doch noch immer sitzen Kollegen von ihm hinter Gittern, weil sie ungeschminkt die Zustände in ihrer Heimat beschreiben.

Schreiben gegen den Schmerz

Das Bild zeigt den iranischen Blogger Arash Sigarchi.Arash Sigarchi (privat)Arash Sigarchi schrieb in den USA weiter über den Iran. Seinen Blog nannte er "Windows of Anguish": Fenster der Seelenqual. Der Name sei bewusst gewählt, denn: "Ich habe das Blog damals so genannt, weil ich jeden Tag, wenn ich ein neues Fenster in meinem Browser geöffnet habe, auf beängstigende Nachrichten über den Iran gestoßen bin." Gerade wurde er von der Deutschen Welle mit dem Best of Blog-Award ausgezeichnet.



Mehr bei DRadio Wissen:

Iran: Oscarfilm öffentlich unbeachtet
Das iranische Scheidungsdrama "Nader und Simin" hat den Oscar für den besten ausländischen Film erhalten. Die iranische Filmbranche erhofft sich davon einen Aufschwung. Offiziell jubelt das Regime aber gar nicht mit. Denn der Film kritisiert auch die Zustände im Iran.
(Kultur vom 15.03.2012)

"Der Iran ist reif für die Demokratie"
Einst kämpfte er gegen den Schah, dann gegen das islamistische Regime der Mullahs. Jetzt hofft der mittlerweile 75-jährige Autor Bahman Nirumand darauf, dass der Iran endlich demokratisch wird.
(Globus vom 06.12.2011)

Sieben Tage im Iran
Jörg-Christian Schillmöller war einer der wenigen Journalisten, die 2011 in den Iran einreisen durften.
(Redaktionskonferenz vom 17.06.2011)

Iran: Journalist hinter Gittern
Der kritische iranische Journalist Ahmad Zeidabadi sitzt seit zwei Jahren im Gefängnis. Dieses Jahr bekommt er einen Preis der Unesco.
(Medien vom 04.05.2011)

Green Wave - Die iranische Opposition
Interview mit dem Regisseur Ali Samadi Ahadi
(Kultur vom 29.04.2010)

 

Weitere Informationen:

Biographie von Arash Sigarchi

Iranisches Blog ist BOBs-Gewinner
"Fenster der Angst": Die persische Internetseite ist der "Best Blog" 2012. Betreiber Arash Sigarchi legt die Finger in die Wunden der iranischen Politik – doch das kann er nur noch aus dem Exil.
(dw.de vom 02.05.2012 )

Dissident Watch: Arash Sigarchi
(Middle East Quarterly, Herbst 2005)

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