Arbeiterkinder Studium für alle
Richard Dietrich und Thomas Brink von der Universität Münster über Studenten aus Arbeiterfamilien
Nur 23 Prozent der Kinder aus Arbeiterfamilien nehmen ein Studium auf. Zum Vergleich: Bei Kindern aus Akademikerhaushalten sind es 83 Prozent.
Inzwischen gibt es viele Initiativen, die Kindern aus Arbeiterfamilien helfen wollen, den Weg an die Uni zu finden. Eine von ihnen ist arbeiterkind.de, über die wir am 16.07. berichtet haben. In ganz Deutschland sind Mentoren unterwegs, um Schülern aus Arbeiterfamilien bei ihrem Weg an die Hochschule zu begleiten.
Wie finanziere ich das Studium?
Doch mit einem Studienplatz ist es nicht getan. Auch an der Universität fühlen sich viele Studenten benachteiligt. Sie wissen oft nicht, wie sie ihr Studium finanzieren sollen und machen sich weniger Hoffnung auf eine Stelle an einem Lehrstuhl.
Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende
Um diesen Studenten zu helfen, gibt es an der Universität Münster das Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende. Nach eigener Aussage handelt es sich um die einzige bildungspolitische Selbstvertretung von Arbeiterkindern an Hochschulen.
Strukturen müssen sich ändern
Thomas Brink und Richard Dietrich arbeiten an dem Referat. Sie machen sich dafür stark, dass die Bedürfnisse von Arbeiterkindern stärker wahrgenommen werden und dass Professoren und Dozenten lernen, ihre Situation besser zu verstehen: "Mit den Arbeiterkindern ist alles in Ordnung, sie sind nicht falsch", sagen sie, "aber die Stukturen müssen sich ändern".
Nach oben geboxt
Beide wissen, wovon sie sprechen. Richard Dietrich stammt aus der ehemaligen Sowjetunion. Von der Sonderschule boxte er sich auf das Gymnasium und ging später an die Universität. Thomas Brink besuchte die Realschule und machte eine Lehre zum Mechatroniker, erst danach ging er an die Hochschule.