Arbeitsmarkt Hungerlohn als Aufstiegschance
Ein Gespräch mit der Statistikerin Katharina Schüller
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- Viele Friseure werden sehr schlecht bezahlt. (nathangibbs | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)
Eine Rutsche in die Armut: So sehen Gewerkschaften den Niedriglohnsektor. Eine von der Wirtschaft beauftragte Studie will jetzt das Gegenteil beweisen. Der Niedriglohn sei ein Trittbrett zu besseren Jobs.
Haare schneiden für vier Euro pro Stunde, am Fließband stehen oder im Supermarkt an der Kasse sitzen für sechs Euro - solche und andere Jobs gehören zum Niedriglohnsektor. Schuften für einen Hungerlohn und trotzdem pleite vor dem Monatsende: Der Niedriglohnsektor gilt gemeinhin als Armutsfalle. Viele Niedriglöhner seien zusätzlich auf Sozialleistungen angewiesen, heißt es etwa bei den Gewerkschaften, die deshalb den gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn fordern.
Studie im Auftrag der Wirtschaft
Eine neue Studie (PDF-Format) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kommt jetzt zu anderen Ergebnissen: Danach steigen jährlich 24,1 Prozent der Geringverdiener zu Normalverdienern auf. Für viele sei der Niedriglohnsektor der Einstieg in eine besser bezahlte Beschäftigung. Die Untersuchung wurde im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt, hinter der die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie stehen.
Im Gespräch mit unserer Statistikerin Katharina Schüller nehmen wir die Studie unter die Lupe und gehen der Frage nach, ob der Niedriglohnbereich eher ein Sprungbrett in die Mittelschicht oder aber eine Rutsche in die Armut ist.