Freitag, 24. Mai 2013

Kultur /

Archiv Spuren der Vergangenheit  

Andrea Beer über das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien.

Die Tora ist der erste Teil der hebräischen Bibel. Sie sollte nicht mit den Händen berührt werden.
Eine aufgeschlagene Tora. (Alexander Smolianitski | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Deportationslisten, Karteien, Bücher und Fotografien werden von der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien archiviert.

Das Archiv der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Wien gehört zu den bedeutendsten jüdischen Archiven weltweit. In Briefen, Berichten und Fotografien dokumentiert es das Leben der jüdischen Gemeinde bis zur Nachkriegszeit.

Verschleppte Akten

Es umfasst 3500 Laufmeter und hat eine wechselvolle Geschichte. Der wichtigste Einschnitt ist zweifellos die Zeit nach dem sogenannten "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland im März 1938. Die Deutschen nahmen Teile des IKG Archivs mit nach Berlin. Von dort wurden die geraubten Dokumente nach Schlesien gebracht und landeten schließlich in den Händen der Roten Armee, die sie als sogenannte Beuteakten mit nach Moskau nahm, wo die Dokumente heute noch liegen.

Auf der Suche nach der Vergangenheit

Die Wiener IKG ist zuversichtlich, sie bis Herbst wieder zu bekommen. Ein weiterer Teil des auseinandergerissenen IKG Archivs befindet sich im Zentralarchiv für Geschichte des jüdischen Volkes in Jerusalem. Doch anders als Russland möchte Israel diese IKG Akten behalten. Auch sonst ist die Archivarbeit  alles andere als langweilig. Denn es kommen nicht nur Wissenschaftler in das Archiv, sondern auch Menschen, die auf den Spuren ihrer Vergangenheit sind.

 



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