Sonntag, 26. Mai 2013

Globus /

Asien Wem gehört das Meer?  

Udo Schmidt über den Dauerstreit um die Inselgruppen im Südchinesichen Meer

Auf den Plakaten der Demonstranten steht "Zurück! China"
Philippinische Demonstranten vor der Chinesischen Botschaft in Makati, im Süden Manilas. (Francis R. Malasig | dpa/picture-alliance | DRadio Wissen)

Der Streit zwischen den Staaten Südostasiens um die Inselgruppen im Südchinesischen Meer verschärft sich. Es handelt sich um eine der größten Konfliktzonen im 21. Jahrhundert.

Im Südchinesischen Meer befinden sich zum größten Teil unbewohnte Inselgruppen. Einige Anrainerstaaten streiten um die Rechte an diesen Gebiete, denn es werden dort riesige Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. An denen hat auch Exportland China großes Interesse. Aber es geht auch um Schiffsrouten und Fischerei-Lizenzen.

Kartenausschnitt des Südchinesischen Meeres 200 Meilen beträgt die Wirtschaftshandelszone für jeden Staat. China beansprucht allerdings fast das gesamte Südchinesische Meer bis vor die Küsten der Philippinen, Malaysias und Vietnam. (DRadio Wissen)

Peking beansprucht fast das gesamte Meer einschließlich der unbewohnten Inselgebiete für sich. Diesen Anspruch begründet China mit alten Karten, auf denen die Inseln Teil des chinesischen Gebietes seien. Die Philippinen, Vietnam, Malaysia und Brunei halten dagegen. Sie berufen sich auf das UN-Seerechtsübereinkommen. Danach dürfen die Staaten ein Gebiet in der Größe von 200 Seemeilen vor der Küste ausschließlich als sogenannte Wirtschaftszone nutzen. Peking lehnt diese Ansprüche ab, wie auch die Lösung dieses Problems auf dem internationalen Parkett und möchte den Konflikt mit allen Staaten bilateral lösen.

Philippinische Bananenfarmer als Leidtragende

Doch der Konflikt spitz sich immer mehr zu. Auf den Philippinen leiden vor allem die Bananenzüchter unter den Territorialstreitigkeiten. Der Grund: Hauptabnehmer der philippinischen Bananen war bislang China. Seitdem die Spannung zwischen den beiden Ländern zunimmt, gibt es einen Importstopp Chinas für Bananen des Nachbarstaats. Als Begründung wird der Einsatz von gesundheitsschädlichen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung angeführt. Die Bananen faulen, viele Plantagenarbeiter haben ihren Job verloren. Udo Schmidt war in Manila und auf Mindanao.



Mehr zum Thema bei DRadio Wissen:

Tiefsee - Wettrennen um Rohstoffdepots
China hat aufgeholt im Wettrennen um die Rohstoffe auf dem Meeresboden. Am 26. Juli 2011 erreichte ein bemanntes chinesisches U-Boot im Pazifik eine Tiefe von über 5000 Metern.
(Agenda vom 29.07.2011)

 

Weitere Informationen:

Chinesisches Meer - "Seedrache" lässt sich nicht aufhalten
(fr-online.de vom 27.08.2010)

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