Astronomie Extrem weitsichtig
Gisela Hartmann stellt das 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg in der Eifel vor
Das größte Radioteleskop Europas schaut ganz tief ins All. In 11,1 Milliarden Lichtjahren Entfernung hat es den Nachweis von Wasser erbracht. Ein physikalischer Weltrekord.
Tief im Südwesten von Nordrhein-Westfalen steht das zweitgrößte vollbewegliche Radioteleskop der Welt. Seit 40 Jahren ist es in Effelsberg in Betrieb und weithin sichtbar. In einer natürlichen Talmulde gelegen ist das Teleskop effektiv vor künstlichen Radiowellen abgeschirmt, die milliardenfach stärker sind, als die Strahlung von Sternen, Schwarzen Löchern und Pulsaren. Selbst Mobiltelefone oder eine Mikrowelle in der Kantine würden die Messdaten beeinflussen.
Rundum-Weitblick ins All
Dank permanenter technischer Aufrüstung zählt das Teleskop in Effelsberg auch heute zu den modernsten der Welt und kann aufgrund seiner beweglichen Konstruktion in jede Position gebracht werden, um alle möglichen Himmelsrichtungen belauschen zu können. Die wie eine überdimensionale Ohrmuschel anmutende Teleskopschüssel konnte im Jahr 2008 einen Weltrekord verbuchen. In einem Abstand von 11,1 Milliarden Lichtjahren zur Erde haben die Forscher vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie das am weitesten entfernte Wasser nachgewiesen.