Astronomie Zur Lage der Erde
Unser Planet eiert durchs Weltall - mit einem mehr oder weniger stabilen Neigungswinkel
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- Die Erde ist um 23,5 Grad geneigt und dreht sich um die eigene Achse sowie um die Sonne. (sandooches | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)
Die Drehachse der Erde ist zu ihrer Bahn um die Sonne geneigt, die Erde hängt also schräg in der "Luft". Manchmal dreht sich die Erde jedoch aufrechter, manchmal in schrägerer Position. Würden die Abweichungen zunehmen und die Erde stärker kippen, würde das die Jahreszeiten und das Klima auf den Kopf stellen.
Forscher des Geoforschungszentrums in Potsdam haben mit einer neuen Methode ermittelt, dass sich die Drehachse zweimal in der Geschichte der Erde besonders stark verschoben hat. Die Pole sind also gewandert. Auch heute bleiben die Pole nicht an einem Fleck, allerdings verschieben sie sich minimal - zum Glück, denn es würde unser Leben ziemlich auf den Kopf stellen - inklusive Jahreszeiten und Klima.
Gesteinsmassen lassen die Erde taumeln
Auch im normalen Alltag taumelt die Erde immer ein wenig vor sich hin. Der Grund: Die Gesteinsmassen im Innern unseres Planeten sind ungleichmäßig verteilt und lassen die Bewegung der Erde unrund werden.
Ohne Hilfsmittel ist es schwer, sich die Drehbewegungen der Erde vorzustellen. Darum gibt es bei DRadio Wissen Nachhilfe - im Tagesthema.
Die Präzessionsbewegung in einem animierten Modell. (wikipedia.org | gemeinfrei)
Mit Faust, Orange und Wohnzimmerlampe
DRadio-Wissen-Reporter Thilo Jahn wagt den akustischen Erklärversuch zur Schräglage der Erde
Daniel Fischer erklärt die Schieflage der Erde - mit einer Orange. (Thilo Jahn)Weil die Erde schräg steht und sich dabei dreht, gibt es in unseren Gefilden die Jahreszeiten - das ist Schulwissen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben mit der Sonneneinstrahlung zu tun, die beim Umlauf der Erde mal zu- und mal abnimmt. Wie genau das funktioniert, zeigt der Physiker Daniel Fischer mithilfe einer Orange und eines Salzstreuers.
Und sie neigt sich doch
Magdalena Bienert hat den Geophysiker Bernhard Steinberger getroffen
Die Erde dreht sich um sich selbst und die Achse, um die sie sich dreht, ist ihre Rotationsachse. Diese Achse kann sich verschieben, weil die Gesteinsmassen im Innern unseres Planeten hin- und hergeschoben werden. Bernhard Steinberger vom Geoforschungszentrum in Potsdam hat mit seinen Kollegen berechnet, wie stark die Erde sich im Laufe der Erdgeschichte geneigt hat.
Frost am Äquator
Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen über die Folgen einer stärkeren Erdneigung
Die sanfte Schräglage der Erde von 23,5 Grad, bezogen auf ihre Umlaufbahn um die Sonne, ist verantwortlich dafür, dass bei uns im Frühling die Blumen sprießen, es im Sommer warm wird und im Winter Schnee fällt. Würde ein gewaltiger Stoß die Erde umwerfen, dann würde das auch die Jahreszeiten durcheinander bringen. Ein solcher Umsturz sei aber ausgeschlossen, sagt Dirk Lorenzen.
Wie sich die Erde bewegt
Der Astronom Jürgen Müller erklärt, wie man die Bewegung der Erde misst
Die Erdachse ist geneigt und taumelt in weiteren Kreisen: Im Kleinen, der sogenannten Nutation, tut sie das alle 18,6 Jahre - und im Großen - der sogenannten Präzession alle 25.800 Jahre. Jürgen Müller, Direktor des Instituts für Erdmessung der Universität Hannover, erklärt, welche Rolle dabei Dinge wie das Mikrowellenmuster von Quasaren spielen - und was der Polarstern damit zu tun hat.