Sonntag, 19. Mai 2013

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Astronomie Zur Lage der Erde  

Unser Planet eiert durchs Weltall - mit einem mehr oder weniger stabilen Neigungswinkel

Ein Modell der Erdrotation.
Die Erde ist um 23,5 Grad geneigt und dreht sich um die eigene Achse sowie um die Sonne. (sandooches | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)

Die Drehachse der Erde ist zu ihrer Bahn um die Sonne geneigt, die Erde hängt also schräg in der "Luft". Manchmal dreht sich die Erde jedoch aufrechter, manchmal in schrägerer Position. Würden die Abweichungen zunehmen und die Erde stärker kippen, würde das die Jahreszeiten und das Klima auf den Kopf stellen.

Forscher des Geoforschungszentrums in Potsdam haben mit einer neuen Methode ermittelt, dass sich die Drehachse zweimal in der Geschichte der Erde besonders stark verschoben hat. Die Pole sind also gewandert. Auch heute bleiben die Pole nicht an einem Fleck, allerdings verschieben sie sich minimal - zum Glück, denn es würde unser Leben ziemlich auf den Kopf stellen - inklusive Jahreszeiten und Klima.

Gesteinsmassen lassen die Erde taumeln

Auch im normalen Alltag taumelt die Erde immer ein wenig vor sich hin. Der Grund: Die Gesteinsmassen im Innern unseres Planeten sind ungleichmäßig verteilt und lassen die Bewegung der Erde unrund werden.

Ohne Hilfsmittel ist es schwer, sich die Drehbewegungen der Erde vorzustellen. Darum gibt es bei DRadio Wissen Nachhilfe - im Tagesthema.

Die Präzessionsbewegung in einem animierten Modell. Die Präzessionsbewegung in einem animierten Modell. (wikipedia.org | gemeinfrei)

Mit Faust, Orange und Wohnzimmerlampe
DRadio-Wissen-Reporter Thilo Jahn wagt den akustischen Erklärversuch zur Schräglage der Erde

Ein Mann hält eine Orange aufgespießt auf einem Stab in der linken Hand, die Orange knickt ab. In der rechten Hand hält er eine Essigflasche.Daniel Fischer erklärt die Schieflage der Erde - mit einer Orange. (Thilo Jahn)Weil die Erde schräg steht und sich dabei dreht, gibt es in unseren Gefilden die Jahreszeiten - das ist Schulwissen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben mit der Sonneneinstrahlung zu tun, die beim Umlauf der Erde mal zu- und mal abnimmt. Wie genau das funktioniert, zeigt der Physiker Daniel Fischer mithilfe einer Orange und eines Salzstreuers.

 

Und sie neigt sich doch
Magdalena Bienert hat den Geophysiker Bernhard Steinberger getroffen

Die Erde dreht sich um sich selbst und die Achse, um die sie sich dreht, ist ihre Rotationsachse. Diese Achse kann sich verschieben, weil die Gesteinsmassen im Innern unseres Planeten hin- und hergeschoben werden. Bernhard Steinberger vom Geoforschungszentrum in Potsdam hat mit seinen Kollegen berechnet, wie stark die Erde sich im Laufe der Erdgeschichte geneigt hat.

 

Frost am Äquator
Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen über die Folgen einer stärkeren Erdneigung

Die sanfte Schräglage der Erde von 23,5 Grad, bezogen auf ihre Umlaufbahn um die Sonne, ist verantwortlich dafür, dass bei uns im Frühling die Blumen sprießen, es im Sommer warm wird und im Winter Schnee fällt. Würde ein gewaltiger Stoß die Erde umwerfen, dann würde das auch die Jahreszeiten durcheinander bringen. Ein solcher Umsturz sei aber ausgeschlossen, sagt Dirk Lorenzen.

 

Wie sich die Erde bewegt
Der Astronom Jürgen Müller erklärt, wie man die Bewegung der Erde misst

Die Erdachse ist geneigt und taumelt in weiteren Kreisen: Im Kleinen, der sogenannten Nutation, tut sie das alle 18,6 Jahre  - und im Großen - der sogenannten Präzession alle 25.800 Jahre. Jürgen Müller, Direktor des Instituts für Erdmessung der Universität Hannover, erklärt, welche Rolle dabei Dinge wie das Mikrowellenmuster von Quasaren spielen - und was der Polarstern damit zu tun hat.



Mehr bei DRadio Wissen.

Astronomie: Zur Lage der Erde
Unser Planet eiert durchs Weltall - mit einem mehr oder weniger stabilen Neigungswinkel
(Agenda vom 18.10.2012)

Physik - Die Kraft der Anziehung
Magneten ziehen sich an. Und dreht man sie um, stoßen sie sich ab. Dieses Prinzip ist entscheidend für den Planeten, auf dem wir leben
(Agenda vom 23.07.2012)

Astronomie - Wenn die Erde mit der Sonne
Wer den Venustransit verpasst, muss bis Dezember 2117 warten.
(Natur vom 06.06.2012)

Zentralgestirn - Sonnenaktivität beeinflusst Erdklima
Forscher beschäftigen sich schon seit dem Altertum mit dem Zentralstern unseres Planetensystems.
(Natur vom 12.12.2011)

Zentralgestirn - Auswirkungen der Sonne auf die Erde
"Die Sonnenatmosphäre" von Harold Zirin und "Auswirkungen der Sonne auf die Erde" von Eugene N. Parker.
(Hörsaal)

Astronomie - Weißt Du, wie viel Sternlein stehen?
Es gibt dreimal so viele Sterne wie angenommen, haben Astronomen auf Hawaii herausgefunden. Gleichzeitig melden Astronomen aus Bonn: Es gibt viel weniger Sterne als bislang berechnet.
(Natur vom 03.01.2011)

 

Mehr zum Thema:

Geophysik - Die Erde kippt gegenüber ihren Drehpolen
(Spiegel Online vom 07.10.2012)

Von großen Wänden und leeren Räumen – die Architektur des Kosmos
(Welt der Physik)

Lässt sich die Erdumdrehung nachweisen?
(Wissen macht Ah! von WDR.de)

Agiler Planet Erde - Lebenszeichen aus dem Innersten
(planet-wissen.de)

Überblick Kosmologie von Peter Schneider
(Universität Bonn)

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