Atheismus Leere Kirchen im Mittelalter
Die Historikerin Dorothea Weltecke über Atheismus im Mittelalter
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- Das Kreuzrippengewölbe der gotischen Kathedrale Notre Dame in Paris. (flickr.com | eugene CC BY-NC-SA 2.0)
Leere Kirchen zeugten im Mittelalter davon, dass die Menschen keineswegs so gläubig waren, wie immer angenommen. Die Frage, ob es wirklich einen Gott gibt, der - wie die römische Kirche in Rom es sagte - das Leben der Menschen lenkt, ist immer wieder gestellt worden.
Bisher ging die Geschichtswissenschaft davon aus, dass das Mittelalter ein Zeitalter des Glaubens war. Die Trias aus Gott, dem Kaiser und dem Papst war - so die bisherige Vorstellung - fester Bestandteil im Leben vieler Menschen: Der Papst interpretierte ausschließlich den göttlichen Willen - der Kaiser stellte seine weltliche Macht zur Verfügung diesen exklusiven Deutungsvorgang abzusichern.
Atheismus
Neueste Forschungen belegen , dass es im Mittelalter durchaus Unglauben gegeben hat. Der Gedanke, Gott könnte es gar nicht geben, wurde in Beichten ebenso geäußert wie von spirituellen Literaten beschrieben. Der Unglaube war keine Angelegenheit der Gelehrten, aber er existierte in der mittelalterlichen Welt unseres Kontinents. Davon zeugten auch die leeren Kirchen. Die im Mittelalter aufkommenden Bettelorden zogen aus diesem Unglauben die Lehre und gingen mit ihren Predigern dahin, wo die Menschen waren: Auf den Marktplätzen predigten sie die soziale Seite des Jesus von Nazareth und gewannen so Tausende von Sympathisanten.
Das Gespräch ist eine Wiederholung vom 18.08.2011.