Montag, 20. Mai 2013

Hörsaal /

Atommüll Die problemlose Endlagerung  

Historische Vorträge der Nobelpreisträger Werner Heisenberg und Otto Hahn über Atomkraft und Endlagerung.

Der Physiker Werner Heisenberg.
Der Physiker Werner Heisenberg erhielt im Jahr 1932 den Nobelpreis. (picture alliance | dpa | Roland Witschel)

In den 1950er Jahren steckte die kommerzielle Nutzung der Atomkraft noch in den Kinderschuhen. Wissenschaft und Bevölkerung meinten, in Sachen Energiegewinnung sei der Stein der Weisen gefunden. Risiken und Folgeprobleme der Kernkraft wurden unterschätzt.

Radioaktives Abwasser? Einfach auffangen. Verseuchte Luft? 20 Kilometer vom Reaktor entfernt kein Problem mehr. Atomarer Restmüll - verpacken und weit vor der Küste im Meer versenken. So einfach stellte sich im Jahr 1955 für den deutschen Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg, den Entdecker der nach ihm benannten Heisenbergschen Unschärferelation, das Endlager-Problem dar.

Befürworter der zivilen Nutzung

Werner Heisenbergs Vortrag ist ein Plädoyer für den Bau eines Versuchs-Kernkraftwerks auf deutschem Boden. Deutschland hänge wegen des Krieges im internationalen Vergleich fast zehn Jahre hinterher, wenn es um Technik und Forschung im Bereich der Atomkraft gehe. Dass die Welt die Kernenergie dringend brauche, stand für Heisenberg außer Frage. Sein Vortrag stammt vom 5. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee im Juli 1955.

Gegner der militärischen Nutzung

Wie Heisenberg war auch sein Zeitgenosse, der Atomforscher und Nobelpreisträger Otto Hahn ein entschiedener Gegner der militärischen Nutzung von Atomkraft. Hahn gilt als der Entdecker der Uran-Kernspaltung, für die er 1944 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde und deren militärische Nutzung er als Missbrauch ansah. Unter anderem gehörten die beiden zu den 18 Atomwissenschaftlern, die 1957 die Göttinger Erklärung verfassten, ein Manifest gegen die Pläne der Bundesregierung, die Bundeswehr mit Nuklearwaffen auszustatten. Der Vortrag, den er 1952 beim zweiten Nobelpreisträgertreffen in Lindau hielt, trug denn auch den Titel "Die friedliche Anwendung der Kernenergie".

(Logo: Meeting of Nobel Laureates Lindau)

Der Vortrag von Werner Heisenberg ist eine Wiederholung unserer Sendung vom 29.03.2012, der Vortrag Otto Hahns vom 27.01.2010.



Mehr bei DRadio Wissen:

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(Tagesthema vom 26.07.2012)

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(Hörsaal vom 15.03.2011)

Ton als potenzielles Endlager
Mainzer Forscher untersuchen Opalinuston als Wirtsgestein für Atommüll.
(Natur vom 11.05.2011)

Weitere Informationen:

Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Energiepolitik

Informationsseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz zum Thema Endlagerung in Deutschland und international

Der BUND zum Thema Endlagerung

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