Atommüll Eine Warnung für die Zukunft
Der Geologe Marcos Buser erklärt, wie wir noch in 10.000 Jahren wirkungsvoll vor Atommüll warnen können
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- Wird dieses Schild der Internationalen Atomenergie-Organisation auch in 10.000 Jahren noch als Warnung vor Radioaktivität verstanden werden? (picture alliance / dpa)
Atomare Endlager werden auch in ferner Zukunft existieren. Sind die Warnungen dann noch verständlich?
"Der Mensch pflegt einen eigenartigen Umgang mit Abfällen", sagt der Geologe und Sozialwissenschaftler Marcos Buser vom Institut für nachhaltige Abfallwirtschaft in Zürich. Denn "das Gefährliche und Abstoßende an den Abfällen hat auch einen gewissen Lockcharakter". Auch radioaktive Überreste, so Buser, faszinieren - der Geologe selbst hat sich in einer Studie für das Schweizerische Bundesamt für Energie mit Atommüll beschäftigt. Besonders mit der Frage, wie wir zukünftige Generationen verlässlich vor atomaren Endlagern warnen können.
Die Warnung muss verständlich sein
Zentral sind drei Punkte: Das Material, auf dem die Warnhinweise angebracht werden, muss dauerhaft sein, zum Beispiel aus Ton oder Glas. Die Botschaften müssen verständlich sein. Und: Die manipulativen Eigenschaften des Menschen müssen bedacht werden. Denn im Laufe der Zeit könnten Fakten über Atommüll so verdreht werden, dass spätere Generationen die Gefahr nicht mehr erkennen.
"Es gibt keine ideale Lösung"
Forscher haben unterschiedliche Vorschläge entwickelt, wie man die Menschen der Zukunft vor radioaktiven Endlagern warnen könnte. Die Ideen reichen von mathematischen Codes über eine mit Geheimwissen ausgestattete Atompriesterschaft oder künstlerisch gefertigte Betoneier bis zu strahlenden Katzen. Deren Fell soll bei erhöhter Radioaktivität leuchten.
Buser favorisiert Ton oder auch Glas als geeignete Materialien. Trotz seiner Forschungen bleibt er allerdings skeptisch: "Es gibt keine ideale Lösung." Busers wichtigster Punkt: Es dürfen keine wertvollen Materialien benutzt werden.
Dieser Beitrag wurde erstmals am 26.07.2012 gesendet.