Atommüll Von alten Meilern und unsicheren Lagern
Zu den anstehenden Castor-Transporten und den geplanten Protestkundgebungen im Wendland an diesem Wochenende widmen wir uns in einer Serie der A-Frage.
Noch ist alles ruhig im Wendland. Doch am Wochenende wird wieder protestiert - gegen Atomkraft, gegen Castor-Transporte, für mehr Sicherheit und für eine Energie-Wende.
Aktionen im Wendland
Friedliches Sit-In in Gorleben. (AP) (AP)
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg erwartet am 6. November mehr als 30.000 Demonstranten. X-tausendmal quer bietet schon seit Wochen Übungen und Blockadetrainings für den organisierten zivilen Widerstand an.
Der Atommüll kommt
Der Atommüll, der am Wochenende aus der Wiederaufbereitung im französischen La Hague durch das Wendland ins Atommüllager Gorleben rollt, enthält nicht nur deutschen Atomabfall, sondern auch hoch radioaktiv strahlenden Müll aus Italien, Belgien oder der Schweiz, wie der Deutschlandfunk berichtete. Dieser ist teilweise stärker belastet.
Hoch radioaktiver Müll, gelagert in Behältern in Gorleben. (AP) (AP)
DRadio Wissen berichtet:
In dieser Woche widmen wir uns bei DRadio Wissen in verschiedenen Beiträgen dem Thema Atomkraft und Sicherheit.
- Grundkurs Protest: Zivilen Ungehorsam kann man lernen: Unsere Reporterin Katja Weber hat am Ausbildungstraining für widerstandswillige Castor-Protestler in Köln teilgenommen.
(Beitrag vom 1.11.2010) - Brennstäbe auf Rädern: Wie funktioniert die Wiederaufbereitung? Warum ist sie in Deutschland seit 2005 verboten? Warum wird sie in anderen Ländern praktiziert? Pro und Contra im Gespräch mit Konstantin Zurawski.
(Beitrag vom 2.11.2010) - Biblis A (Baujahr 1974) und Biblis B (Baujahr 1976) sind die beiden ältesten Meiler Deutschlands, die noch am Netz sind. Durch häufige Abschaltungen und die Übertragung von Strommengen ausrangierter AKW konnten sie sich hinein retten in die vom Bundestag beschlossene Laufzeitverlängerung - und dürfen nun mindestens weitere acht Jahre Strom produzieren. Wie steht es um die Sicherheit in den umstrittenen Anlagen? Henning Hübert hat die Kernkraftwerke besucht.
(Beitrag vom 3.11.2010) - Grundlagenforschung Endlager: Was weiß man eigentlich über die Langzeitlagerung von radioaktivem Müll? In welchem Material sind die strahlenden Abfälle am Besten aufgehoben? Welche Einrichtungen befassen sich in Deutschland mit diesen Fragen? Wir geben einen Überblick über den Stand der Forschung.
(Beitrag vom 4.11.2010) - Atommülllager in Russland: Wir sprechen mit Tobias Münchmeyer, stellvertretender Leiter der politischen Vertretung von Greenpeace Berlin über die Hintergründe des aktuellen Atommüll-Transports von Ahaus (Deutschland) nach Majak (Russland). Wie sind die Lagerbedingungen in Russland? Welche Staaten lagen ihr radioaktives Material dort und welche Gesetze regeln den Import von abgebrannten Brennelementen nach Russland?
(Beitrag vom 5.11.2010)
Mehr bei DRadio Wissen:
Konsum: Profit mit Links - Interview mit dem Geschäftsführer von linke-t-shirts.de, Jan Rohlfs (Agenda 10.09.2010)
Das perfekte Endlager - Gespräch mit der Journalistin Dagmar Röhrlich (vom 23.09.2010)
Atomkraft - Nun doch (Beitrag vom 01.09.2010)
Uranabbau - Die schmutzige Seite der Atomkraft (Beitrag vom 07.09.2010)
Mehr Informationen:
"Das ist klarer Verfassungsbruch" - Ulrich Kelber, Vize-Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag, im Gespräch (Deutschlandfunk, 28.10.2010)
Zweifel an AKW-Sicherheitsstandards (Deutschlandfunk, 29.9.2010)
Castor-Transporte (Themenseite bei spiegel online)
Atommüll-Transporte nach Russland - Behörde gibt grünes Licht (tagesschau.de vom 23.09.2010)