Samstag, 25. Mai 2013

Globus /

Auswanderung Von der Grande Nation ins gelobte Land  

Mounia Meiborg besucht ausgewanderte französische Juden in Israel.

Willkommen in Israel!
Jedes Jahr wandern vor allem religiöse französische Juden nach Israel aus. (Deutschlandradio | Daniela Kurz)

Rund 2000 französische Juden verlassen jedes Jahr ihr Land und gehen nach Israel. Nach dem Mordanschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse könnte die Auswanderung eine neue Dimension annehmen.

Die Erinnerung an den Anschlag von Toulouse, bei dem in einer jüdischen Schule vier Menschen getötet wurden, ist noch frisch. Umso größer ist die Unsicherheit in der jüdischen Gemeinde in Frankreich nach der Wahl von François Hollande: Viele sind besorgt, dass unter den Linken die Muslime einflussreicher werden und die Polizei schwächer - und dass es dann zu antisemitischen Übergriffen kommen könnte.

Flucht nach Israel

Jedes Jahr wandern vor allem religiöse französische Juden nach Israel aus. Die Angst vor Antisemitismus ist oft der Auslöser für die Auswanderung. In der Innenstadt von Jerusalem trifft man überall auf französischstämmige Juden.

"On parle français"

"On parle français" ("Wir sprechen französisch") steht vor vielen Geschäften. "Votre appartement de luxe – appelez maintenant" ("Ihr Luxusappartment – jetzt anrufen") prangt an Baustellen. Die französische Gemeinde ist groß, vor allem in Jerusalem, wo es die meist konservativ-religiösen Franzosen hinzieht.



Mehr bei DRadio Wissen:

Judentum: Modernes Leben in Berlin
In Deutschland gibt es einen jüdischen Alltag, der viel besser und reibungsloser funktioniert als die Debatten vermuten lassen. Ein Gespräch mit dem Berliner Anwalt und Publizisten Sergey Lagodinsky
(Kultur vom 13.04.2012)

Soziologie: Visionen der Zugehörigkeit
Ein Symposium des Jüdischen Museums zum Thema "Visionen der Zugehörigkeit - Juden, Türken und andere Deutsche". Vorträge vom Symposium "Visionen der Zugehörigkeit"
(Hörsaal)

Migration: Visionen der Zugehörigkeit, Teil 2
Der Islam gehört zu Deutschland - auf einem Symposium diskutieren Wissenschaftler über diese These. Ein Symposion des Jüdischen Museums Berlin
(Hörsaal)

Religion: Islam und Christentum
Vom europäischen Islambild in den 80ern und dem Kulturaustausch zu Zeiten der Kreuzfahrer. Vorträge von Maxime Rodinson und Wolfgang Müller-Wiener
(Hörsaal)

 Weitere Informationen:

Französische Juden: "Wir und die Muslime sind nie nur Franzosen"
(welt.de vom 25.03.2012)

Jüdische Fluchtwelle: Lieber Raketenhagel als Leben in Frankreich
(spiegel.de vom 21.03.2012)

 

 

 

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Flucht aus Europa

    DRadio ist für Antismitismus in Europa blind, vielleicht weil es dem deutschen Regierungssender an Distanz zum Thema fehlt. Würde DRadio mehr über Missstände in Deutschland und Europa berichten und beispielsweise den Israelhass hier kritisch betrachten, statt sich an der Hatz zu beteiligen, würde man vielleicht auch bei DRadio begreifen, warum sich in Zukunft sicherlich immer mehr Juden gezwungen sehen werden Europa zu verlassen. Nicht nur Cathrin Ashton hat die Ermordung von Juden in Toulouse gerechtfertigt, auch viele Deutsche äußern in Internetforen großes Verständnis dafür, dass man in Europa jagt auf Juden macht. Solange sich hier niemand an diesen Zuständen stört, Judenhass sogar wieder schick ist, wird sich an der Auswanderung nichts ändern – und Israel wird weiterhin gezwungen sein sich mit aller Härte gegen jegliche Bedrohung seiner Existenz zu wehren.

    Jallibaba 30.06.2012 08:10 Uhr

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