Mittwoch, 19. Juni 2013

Kultur /

Auszeichnung Radfahren für die Menschlichkeit  

Stefan Osterhaus und Jan-Christoph Kitzler über Radsportidol Gino Bartali, der Hunderten Juden das Leben rettete

Gino Bartali hat Zeit seines Lebens nicht über seinen Altruismus gesprochen
Radsportlegende Gino Bartali hat im Widerstand vielen Juden das Leben gerettet. (picture alliance / dpa)

Radsport-Legende Gino Bartali soll "Gerechter unter den Völkern" werden.

Er gilt als einer der größten Champions der Radsport-Geschichte: Gino Bartali. In Italien ist er ein Mythos, vergleichbar mit Max Schmeling in Deutschland. 1938 und 1948 gewann er die Tour de France. Mit dem Rad war er auch 1943/44 unterwegs, offiziell auf langen Trainingsfahrten - tatsächlich aber war Bartali ein Kurier des Widerstands und schmuggelte gefälschte Dokumente. Damit half er 800 Juden, dem Terror der Nazis in Italien zu entfliehen, die vierköpfige Familie Goldenberg hielt er ein Jahr lang in seinem Keller in Florenz versteckt.

Verschwiegener Held

Im Jahr 2000 ist Bartali gestorben. Zeit seines Lebens wollte er nie über seine Heldentaten sprechen. Sein Motto: Man tut Gutes, aber man redet nicht darüber.

"Gerechter unter den Völkern"

Bei der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ist ein Antrag eingereicht worden, wonach Gino Bartali als ein "Gerechter unter den Völkern“ in eine Reihe mit Oskar Schindler, Miep Gies und Berthold Beitz aufgenommen werden soll. 24.000 Menschen sind geehrt worden, die meisten aus Polen. Gino Bartalis Fall konnte bisher nicht abgeschlossen werden, weil wichtige Zeugenaussagen fehlten.



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