Mittwoch, 22. Mai 2013

Natur /

Baustoffe Strahlung in den eigenen vier Wänden  

David Globig über die Strahlenbelastung von ungebranntem Lehm

Ein altes renovierungsbedürftiges Fachwerkhaus mit Schieferdach
Lehm als Baustoff galt bislang als besonders öko. (maywaskind/flickr cc-by-nc-sa 2.0)

Der Öko-Baustoff Lehm setzt ein Isotop des radioaktiven Elements Radon frei. Das gasförmige Thoron steht ebenfalls im Verdacht, Lungekrebs zu verursachen.

Lehm ist für viele angehende Bauherren einer der Baustoffe, die nicht fehlen dürfen, wenn das neue Eigenheim besonderen ökologischen Ansprüchen genügen soll. Auf diese Weise kommen zu den ungefähr zwei Millionen Fachwerkhäusern in Deutschland jedes Jahr neue Häuser hinzu, die das Gemisch aus Sand, Schluff und Ton in ihrer Bausubsubstanz tragen. Forscher des Münchener Helmholtz-Zentrum haben allerdings herausgefunden, dass der älteste mineralische Baustoff der Menschheitsgeschichte auch bedenkliche Substanzen enthält.

Denn Lehm enthält das Schwermetall Thorium - je nach Region in unterschiedlichen Konzentrationen. Thorium zerfällt in mehreren Schritten zum Edelgas Thoron. Das Isotop des radioaktiven Elements Radon tritt aus dem Lehm in den Wohnraum ein und kann von den Bewohnern eingeatmet werden. In der Lunge zerfällt das Thoron in weitere Folgeprodukte, die ionisierende Alphastrahlung abgeben. Am Ende der chemischen Umwandlung entstehen Strahlendosen, die die tolerierbaren Schwellenwert überschreiten können.



Mehr zum Thema:

Strahlenbelastung bei ungebranntem Lehm
Bundesamt für Strahlenschutz

Gesundheitliche Auswirkungen von Radon in Wohnungen
Bundesamt für Strahlenschutz

Thoron in Lehmhäusern
Stellungnahme des Instituts für Baubiologie

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