Being Bobbed Das Chuck Cunningham Syndrom
Hendrik Efert über das Entsorgen von Serienfiguren
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- Chuck Cunningham bei seinem letzten Auftritt in der US-Fernseh-Serie "Happy Days". (Screenshot Youtube Video Happy Days Christmas 1974 - PART 1 )
Chuck Cunningham war der ältere Bruder von Richie aus der US-Fernsehserie "Happy Days" (1974-1984). Weil sich die Rolle des Chuck in der Handlung nicht entwickelte, verschwand er nach wenigen Episoden ganz von der Bildfläche. Sein Schicksal steht stellvertretend für viele Serienfiguren, die von Zuschauern plötzlich vermisst werden.
Fernsehserien leben von ihren Charakteren. Durch ihre regelmäßigen Besuche in unseren Wohnzimmern und ihre – hoffentlich - etwas vielschichtigere Charakterzeichnung freundet man sich im besten Fall mit seinen Lieblingsprotagonisten an - so wollen es zumindest die Fernsehmacher.
Erfolgloser Charakter
Manchmal funktioniert allerdings ein Charakter nicht so richtig oder der Schauspieler hat keine Lust mehr. Dann kann man ihn sterben oder auswandern lassen. Oder aber er geht mal eben Zigaretten holen und kommt einfach nicht wieder. Diagnose: Chuck Cunningham Syndrom - benannt nach einer erfolglosen Figur in einer ansonsten extrem erfolgreichen Fernsehserie.
"to be bobbed"
Anfang der 90er Jahre ereilte die deutsch-polnische Schauspielerin Małgorzata Gebel in der Serie "Emergency Room" ein ähnliches Schicksal. Wegen ihres unaussprechlichen Seriennamens wird sie von allen einfach Bob gerufen. Nach anfänglichen Erfolg in der Serie verschwand sie plötzlich aus der Besetzung. Ihr Schicksal, das viele Charaktere in der personenüberladenen Serie teilen, führte zu dem Terminus unter Fans "to be bobbed".
Hendrik Efert über das Verschwindenlassen von Figuren und den Hintergründen.