Bergsteigen Der Berg ruft
Wie die Leidenschaft für die Berge Gefahren für Leib und Natur mit sich bringt
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- Extrembergsteiger Reinhold Messner war als erster Mensch auf den Gipfeln aller vierzehn Achttausender. (Movienet)
Die Faszination der Berge ist unbestritten. Doch wer die Herausforderungen und Abenteuer im Hochgebirge heil überstehen will, der muss körperlich gut vorbereitet sein. Die Unerfahrenheit von Amateur-Bergsteigern birgt aber nicht nur Gefahren für ihr eigenes Leben - das Massenphänomen Bergsteigen belastet auch das empfindliche Ökosystem der Bergwelt.
Dem wohl bekanntesten und erfolgreichsten Bergsteiger wird mit dem halbdokumentarischen Film "Messner" ein Denkmal gesetzt. Am 27. September läuft der Film über Reinhold Messner in den Kinos an. Mit seiner Leidenschaft für den Alpinismus hat er auch die Deutschen angesteckt. Immer mehr Menschen begeistern sich fürs Bergsteigen.
Aber nicht nur in der freien Natur klettern immer mehr Menschen - auch abends nach der Arbeit: Man trifft sich zum Feierabend-Kraxeln in einer der rund 370 Kletterhallen, die es mittlerweile in Deutschland gibt. Die Beliebtheit des Sports und der damit verbundene Ansturm auf die Berge birgt Gefahren - zum einen für die sensible hochalpine Natur, zum anderen für die Freizeitkletterer selbst, die sich häufig überschätzen.
"Das ist kein Wellness" 
Der Bergführer Tobias Bach über Technik und Faszination des Bergsteigens
Der extremste Sport unter Bergsteigern ist das Eisklettern. (picture-alliance / ASA )Sicherheit und Wagnis, beides gehört zum Bergsteigen dazu. Damit das Ganze gut ausgeht, lernt man bei Tobias Bach, wie es richtig geht. Ob auf vorgefertigten Klettersteigen oder traditionell in einer Seilschaft: Bergführer Bach schätzt am Bergsport die Auseinandersetzung mit der Natur und sich selbst. Denn wer gut vorbereitet ist, übersteht das Abenteuer Bergsteigen heil - und wird nicht genug davon bekommen.
Der Ausbau der Alpen
Jörg Ruckriegel erläutert die Haltung des Deutschen Alpenvereins
Amateur-Bergsteiger können zur Gefahr für die Natur werden. (picture-alliance / ASA)Viele Tourismusorte in den Alpen schlagen für ihre Gäste Klettersteige in die Berge, um sie so für jedermann zugänglich zu machen. Die Folge: Auf die Berge steigen Kletterer, die dafür nicht ausreichend vorbereitet sind. Sie stören die Tierwelt in ihren letzten Refugien - so zumindest die Haltung der Kritiker, zu denen auch der Deutsche Alpenverein gehört.
Wie risikoreich ist der Bergsport? 
Katharina Schüller über Bergunfallstatistiken
Jedes Jahr stürzen Amateur-Bergsteiger ab, weil sie schlecht vorbereitet sind. (Rawk Conner/flickr/CC BY-NC-SA 2.0)Mangelnde Kondition und Selbstüberschätzung sind die häufigsten Ursachen für Unfälle in den Bergen. Im Gespräch mit unserer Statistikerin Katharina Schüller gehen wir den Zahlen auf den Grund: Wer verunglückt wo genau? Was sind die Ursachen und wo weisen die Erhebungen Lücken auf?
Kletterboom in Deutschland
Der Sportwissenschaftler Stefan Künzell über das Ganzkörpertraining Klettern
Der Klettersport boomt in Deutschland. (picture alliance / dpa | Stephane Reix)Klettern ist in den letzten Jahren ein Breitensport geworden. Kletterhallen und Kletterwälder schießen wie Pilze aus dem Boden. Der Sport ist so beliebt, da er den ganzen Körper trainiert und das Selbstvertrauen stärkt, sagt Stefan Künzell. Schulklassen machen die Erfahrung, dass die körperlich schwächeren Mädchen mindestens genauso erfolgreich sind wie die Jungen.
Was den Bergsteiger antreibt
Franziska Badenschier forscht nach den Motiven der Extremkletterer
Der Bergsteiger Reinhold Messner auf der Zugspitze. (picture-alliance/ dpa/dpaweb | Peter Kneffel)Reinhold Messner bestieg als erster Mensch ohne Sauerstoffflaschen alle 14 Achttausender-Gipfel. Dabei hat er immer betont, welche Bedeutung die Demut vor der Natur und ihren Gefahren für ihn hat. Angetrieben hat Messner unter anderem das Gefühl, seine selbst gestellte Aufgabe noch nicht komplett erfüllt zu haben.
Steilwand auf Sendung 
Michael Watzke portraitiert die einzige Bergsteiger-Radioredaktion der Welt
Möglicherweise ist das Rucksackradio auch in Nepal noch empfangbar. (flickr.com | bbcworldservice CC BY-NC 2.0)Jeden Samstag strahlt eine kleine Fachredaktion im Bayerischen Rundfunk Beiträge über Klettertouren aus. Sie sendet Service-Tipps, Wander-Wetter und spannende Reportagen rund um das Thema Berge. In der Bergsteiger-Szene kennt fast jeder das Rucksackradio und für einsame Hüttenwirte gehören die beiden passionierten Radiomacher Ernst Vogt und Andrea Zinnecker fast zur Familie.
Taschenrechner im Gepäck 
Kirstin Hausen wandert in der Schweiz auf mathematisch exakt berechneten Marschrouten
Mit Taschenrechner oder "gowalk" gehts noch präziser... (gali367 | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)Wer seine ungefähre Wanderzeit ausrechnen will, nimmt den Taschenrechner zur Hand, geht von einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4,2 km/h aus und addiert bei einer Höhendifferenz von 300 Metern einer Extrastunde. Zu noch genaueren Berechnungen gelangt das Geoinformationssystem gowalk, das nach einer mathematischen Formel mit 15 Konstanten Wanderzeiten für Strecken mit einer Steigung unter 40 Prozent errechnet.