Bestattung Trauern mit viel Tamtam
Alexander Göbel spürt in Westafrika der Beerdigungskultur nach
In Ghana sehen Särge geradezu kunstvoll aus. Die Sargkünstler stellen phantasievolle Erdmöbel her, die in unseren Breitengraden eher als pietätlos betrachtet würden. Außer bunten Särgen gibt es richtig Beerdigungspartys, wo gesungen und getanzt wird.
"Der Tod ist der wichtigste Tag im Leben": Dieser Satz klingt für europäische Ohren absurd, doch in Westafrika hört man ihn häufig. Ob in Benin, Togo oder Ghana - das Ende des Lebens spielt hier eine mindestens ebenso große Rolle wie das Leben selbst.
Schreinert Phantasie-Särge: Eric Adjetey Anang in einem "Tilapia“-Sarg. (Katrin Gänsler | ARD)
Sargschreinerei in Accra, Ghana (Katrin Gänsler | ARD)
Traditionelles Handwerk und Kreativität: das Sarg-Atelier in Accra
Der Tod ist immer präsent, er fasziniert die Menschen, er gehört zum Leben dazu - als Verbindung mit der Ewigkeit, und auch ganz profan - als "Wirtschaftsfaktor". Der Tod ist ein Schlüssel, um westafrikanische Kultur zu verstehen.
Gefragte Wahrsagerin in Benin: Kadogo (Katrin Gänsler | ARD)
Voodoopriester Emanuelle Agbotu pflegt seine Fetische – mit Palmwein. (Katrin Gänsler | ARD)
Kontaktaufnahme mit den Ahnen: Medium in Benin (Katrin Gänsler | ARD)
Angst oder Tabus gibt es nicht, dafür unzählige Rituale, Aberglauben, intensive Trauerarbeit, Trost - und auch eine Menge skurrilen Humor. Religionen werden mit Voodoo zu einer eigenen Art des Ahnenkults vermischt.