Bettwanzen Auf der Mauer, auf der Lauer
Das Comeback der Bettwanze
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- Und so sieht sie aus, die Bettwanze alias Cimex lectularius. (Gilles San Martin | Flickr | cc-by-sa-2.0)
Wer mit Bettwanzen unter einem Dach lebt, der hat ein Problem. Nachts kommen die winzigen Blutsauger aus ihren Verstecken gekrochen und bohren ihren Rüssel in Arme und Beine der schlafenden Opfer. Das kann gefährlich werden, denn die Insekten können Krankheiten übertragen.
Sie wieder los zu werden, ist schwierig und eine Aufgabe für professionelle Schädlingsbekämpfer. Dabei sind Bettwanzen kein Zeichen für unhygienische Zustände. Sie profitieren vielmehr von der zunehmenden Mobilität der Menschen: Dank des weltweiten Tourismus verbreiten sie sich auf der ganzen Welt. Sogar in Schweizer Luxushotels sollen erste Bettwanzen gesichtet worden sein.
Die Wanze im Fokus
Pünktlich zur Reise- und Sommerzeit erklärt DRadio Wissen, wie man sich gegen Bettwanzen wappnet, wie sie sich vermehren und wie man sie wieder los wird.
Kleine Monster
Bettwanzen können Krankheiten übertragen, sagt der Zoologe und Insektenexperte Rolf Georg Beutel.
Die Bettwanze ist eine lästige Plage, die man nur schwer wieder los wird. (Miika Skaffari | Flickr | cc-by-nc-2.0)Nach einer Blutmahlzeit können sie bis zu einem Zentimeter groß werden. Bettwanzen sind bräunlich, platt, flugunfähig und bilden gerne Gruppen. Sie leben im Bett und dort stechen sie zu. Zunächst bemerkt das Opfer nicht, wenn es angegriffen wurde - die Bettwanze verabreicht ein Betäubungsmittel. Später geht das Jucken los. Die Tiere können Balkan- und Cofieber auf den Menschen übertragen, sagt Rolf Georg Beutel von der Universität Jena.
Wie die Wanze die Welt erobert
Der Tourismus fördert die Verbreitung der Bettwanzen, sagt der Biologe Klaus Reinhardt.
Bettwanzen lieben New Yorker! (Joe Mazzola | Flickr | cc-by-sa-2.0)Sie galten als ausgestorben, doch mit dem zunehmenden Tourismus verbreiten sich Bettwanzen rasant, sagt Klaus Reinhardt von der Universität Tübingen. Die Insekten können ins Gepäck geraten und mit Urlaubern durch die Welt reisen. Die kleinen Krabbler leben gern in großen Städten, wo es mehr potenzielle Opfer gibt als auf dem Land. Besonders betroffen von Bettwanzen sind die New Yorker Hotels.
Blutsauger stirb!
Der Biologe und Kammerjäger Mario Ludwig macht den Bettwanzen den Garaus.
Wer von Bettwanzen geplagt wird, muss den Profi ranlassen. (Natalia F. | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)Eines können Bettwanzen besonders gut: sich in winzigen Ritzen verstecken. Lichtschalter, Fußleisten - nichts ist sicher vor ihnen. Außerdem sind sie gegen einige Insektizide resistent. Wer sie los werden will, sollte also einen ausgebildeten Schädlingsbekämpfer ans Werk lassen. Experten kämpfen mit hochwirksamen Insektiziden, aber auch mit Hitze und Kälte gegen Bettwanzen, erklärt Mario Ludwig, selbst Kammerjäger.