Beziehung Liebe(r) zu zweit
Das Konzept der Monogamie
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- Die Heirat ist eine Art gesellschaftliches Synonym für Monogamie - hier ein Paar in der Nähe von Las Vegas. (Emery Co Photo | flickr | CC BY-SA 2.0)
In Zweisamkeit leben - das ist in unserer westlichen Zivilisation eine tradierte Norm. Auch wenn jede dritte Ehe geschieden wird und es immer mehr Singlehaushalte gibt: Für viele ist die Monogamie nach wie vor ein Lebensziel, das es zu erreichen gilt.
Man muss sich körperlich anziehend finden, charakterlich zueinander passen und die gleichen Lebensvorstellungen haben. Solch anspruchsvolle Anforderungen haben wir heute an eine Zweierbeziehung. Warum wir uns zu zweit zusammentun, wird oft erst gar nicht hinterfragt - dabei ist das Leben in monogamer Liebesehe nur eine von vielen Möglichkeiten.
Jung und gebunden
Hannes und Lisa Leitlein berichten, wie man als junges Ehepaar in einer WG glücklich wird
Mann, Kind, Hund - alles im tradierten Rahmen. (Kevin N. Murphy | flickr | CC BY 2.0)Sie war 23, er 25 - und beide haben "ja" gesagt. Eltern und Familie fanden, dass Hannes und Lisa Leitlin viel zu jung für eine Ehe waren - ihnen war das egal. Seit anderthalb Jahren sind sie nun verheiratet und wohnen seit März mit einem anderen Ehepaar und deren Kindern in einer WG. Eine Bereicherung, wie beide Paare finden.
Lebenslang im Doppelpack
Den Unterschied zwischen Monogamie und Treue hat sich Christina Selzer von einem alten Ehepaar erklären lassen
Gemeinsam alt werden - nur wenige Paare schaffen das. (Candida.Performa | flickr | CC BY 2.0)Verliebt, verlobt, verheiratet: Die Ehe ist ein Erfolgsrezept, auf das Millionen Menschen bauen. Manches Paar kennt sich schon aus Schulzeiten. Einige erprobte Eheleute scheinen außerdem ein Rezept zu kennen, wie man es viele Jahrzehnte miteinander aushält. Ob Seitensprünge eine Ehe zerstören, wie viel Monogamie tatsächlich in der Zweisamkeit steckt und welche Tipps man weitergeben kann - das hören wir in einer Gesprächscollage.
Zu vielen ist man weniger allein
Der Ethnologe Thomas Reinhardt erzählt, in welchen Regionen der Welt Polygamie mehr ist als ein Hippie-Traum
First Lady hoch drei: der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und seine drei Ehefrauen. (dpa | picture alliance | epa Bothma | Pool)Der Gegenentwurf zum Leben zu zweit ist die Beziehung mit mehreren Menschen gleichzeitig. Während sich Polygamie in unseren Breitengeraden meist nur bei Seitensprüngen oder gelegentlichen Ménages à trois abspielt, ist sie in anderen Kulturen fest im Alltag verankert. In Gegenden Tibets, Südindiens oder Bhutans sind die Rollen sogar mal vertauscht: Hier gehört auch die Polyandrie (Vielmännerei) bei Frauen zur Lebensrealität.
Vom Lustsklaven zur Liebesehe
Der Historiker Andreas Gestrich erklärt, wie Monogamie zur westlichen Beziehungsnorm wurde
Wer heiratet hier wen? Und wenn ja, wie viele? (whatsthatpicture | flickr | CC BY-NC 2.0)Soziale Monogamie, wie wir sie heute kennen, ist kein naturgegebenes Konzept. Das Arbeiten und Leben in der Landwirtschaft machte die Ehe in früheren Jahrhunderten zur praktischen Lösung. Andere Stände kannten andere Normen: Ludwig XIV. traf sich öffentlich mit seinen Mätressen. Erst im 19. Jahrhundert wurden die ersten romantischen Wünsche nach einem Leben in monogamer Liebesbeziehung laut.
Monogamie in Zahlen
Ob junge Menschen wirklich früher heiraten, weiß unsere Statistik-Expertin Katharina Schüller
Treues Paar oder Zufallsbekannschaft? (JustCallMe_♥Bethy♥_ | flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Treue ist Jüngeren wichtiger als Älteren: Für 70 Prozent der Paare, die jünger als 30 Jahre alt sind, ist Monogamie ein wichtiger Faktor. Bei Paaren älter als 45 Jahre trifft das nur auf die Hälfte der Befragten zu. Statistisch gesehen fördert eine lange Beziehung nicht die Lust auf einen Seitensprung. Warum aber iPhone-Besitzerinnen mehr Sexualpartner haben als Androidnutzerinnen weiß unsere Statistikerin Katharina Schüller.