Bildung Das musst Du wissen
Wer festlegt, was Schüler lernen
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- Geschichte, Geografie, Naturwissenschaften - alles muss rein in den Kopf. (picture-alliance/ dpa | Armin Weigel)
Geschichte, Geografie, Naturwissenschaften - das und mehr gehört zum guten Allgemeinwissen. Glaubt man Umfragen und Studien, haben die Schüler von heute nur wenig Ahnung davon. Werden wir tatsächlich immer dümmer? Und was muss man heute, wo man alles im Netz suchen und googlen kann, überhaupt noch wissen? Darum geht es im DRadio-Wissen-Tagesthema.
Ob junge Menschen vor 20 oder 30 Jahren tatsächlich mehr wussten als heute, lässt sich im Nachhinein gar nicht mehr belegen.
Das richtige Lernen
Sicher ist: Wissensfelder verschieben sich - vor 30 Jahren lernten Schüler viele Fakten, um sie nie wieder zu vergessen. Heute sollen junge Menschen in ihrer Schulzeit neben Wissen auch Kompetenzen erwerben, die über das reine Allgemeinwissen hinausgehen.
Schlau durch Computerspiele
Der Social-Media-Berater Christoph Deeg über den Einsatz von Computerspielen im Unterricht
Spielen macht klug. (picture-alliance | dpa | Peter Steffen)Die Ansicht, Computerspiele machen dumm, ist längst überholt. Vielmehr können sie wichtige Kompetenzen schulen: Ein Beispiel dafür sei "World of Warcraft", sagt Christoph Deeg. Jugendliche müssen sich darin Zugang zu neuen Welten verschaffen und sich mit anderen austauschen. So lernen Schüler strategisches und lösungsorientiertes Denken.
Gut Ding will Weile haben
Peter Silbernagel vom Philologenverband NRW erklärt, wie ein Lehrplan zustande kommt
Bis Schule auf Veränderungen reagiert, kann viel zeit vergehen. (iwanp | Flickr | cc-by-sa-2.0)Schule ist Ländersache, darum lernen Schüler in 16 deutschen Bundesländern nach verschiedenen Lehrplänen. Alle zehn bis 15 Jahre werden diese Lehrpläne überarbeitet, sagt Peter Silbernagel. Bis aktuelle Entwicklungen in einen Lehrplan einfließen, dauert es. Das Land NRW lässt den Lehrern große Freiheiten bei der Unterrichtsgestaltung - eine Möglichkeit, um auf gesellschaftliche Veränderungen auch im Unterricht zu reagieren.
Gutes Allgemeinwissen
Die Bibliothekarin Ute Schwens über das, was wir unbedingt wissen sollten
Wissen ist Macht. (rachel a k | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)1789 Französische Revolution. Wasser hat bei vier Grad die höchste Dichte. Grönland gehört zu Dänemark: Das alles gehört zum Allgemeinwissen. Es geht nicht darum, sich in einem einzelnen Thema perfekt auszukennen - das wäre Expertenwissen. Ute Schwens von der Deutschen Nationalbibliothek glaubt nicht, dass Schüler heute weniger wissen als vor 30 Jahren.
Dumme Studie = dumme Schüler
DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller über die Aussagekraft von Wissensstudien
Sind Schüller immer nur genauso klug wie ihre Lehrer? (diepuppenstubensammlerin | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)Glaubt man aktuellen Studien, sind Jugendliche ahnungslos. Katharina Schüller hingegen sagt: "Die Schüler wissen heute nicht weniger - sie wissen etwas anderes." Den sogenannten Wissensstudien stellt sie kein gutes Zeugnis aus. Unter anderem, weil für die Beurteilung des Bildungsniveaus heutiger Schüler ihrer Meinung nach überhaupt kein Vergleichsmaßstab vorhanden ist.
Geschichte? Keine Ahnung!
Die Politologin Dagmar Schulze-Heuling über das Geschichtswissen in der 9. und 10. Klasse
Von Geschichte haben Schüler angeblich nur wenig Ahnung. (noway | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)BRD, DDR, Nationalsozialismus und Mauerfall: damit sollten sich Schüler der 9. und 10. Klasse eigentlich auskennen. Einer Umfrage unter Schülern zufolge haben 40 Prozent der Befragten allerdings kaum eine Ahnung von Zeitgeschichte. Durchgeführt wurde die Studie von der Freien Universität Berlin.