Biologie Zwitter im Tierreich
Ein Gespräch mit dem Biologen und Wissenschaftsjournalisten Dr. Mario Ludwig
-
- Nach dem Sex ein Amputierter (Wikimedia Commons/Geoff Stearns/CC BY 2.0)
Warum Zwitter unbedingt Vater und nicht Mutter werden wollen.
Eigentlich sollte man meinen, dass das Liebesleben von Zwittern – in der Wissenschaft auch Hermaphroditen genannt – äußerst harmonisch verläuft. Da Zwitter sowohl männliche, als auch weibliche Geschlechtsfunktionen besitzt, sollten sie sich eigentlich dem Geschlechterkampf entzogen haben. Können sie doch dank ihrer sexuellen Ausstattung äußerst flexibel auf wechselnde Paarungschancen mit ihren Artgenossen reagieren – sprich je nach Bedarf entweder als Männchen oder als Weibchen auftreten. Oder um es mit dem amerikanischen Komiker Woody Allen zu sagen "Bisexualität verdoppelt automatisch deine Chancen auf ein Rendezvous am Samstagabend."
Und trotz all dieser augenscheinlichen Vorteile sind nur rund 10 bis 15 Prozent aller Tiere Zwitter. Hauptsächlich sind es die Wirbellosen wie Schnecken und Würmer, aber auch im Wasser lebende Tiere wie Schwämme, Süßwasserpolypen, Korallen, Seescheiden, einige Krebsarten und Fische.
Über die Gründe, warum sich das System Zwitter nicht bei den sogenannten höheren Tieren durchgesetzt hat, sprechen wir mit dem Biologen und Wissenschaftsjournalisten Mario Ludwig.