Blogger Wütender Araber
Webschau mit Martina Schulte
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- Die Meinungen über ihn gehen auseinander - der Blogger As'ad AbuKhalil. (Osama Al-Eryani | flickr.com | CC BY-NC 2.0)
Wie As'ad AbuKhalil auf seinem Blog Angry Arab seine eigene Sicht zum Konflikt in Syrien verbreitet.
Er ist eine der wichtigsten Stimmen des arabischen Raums - As'ad AbuKhalil und sein Blog Angry Arab. Geboren wurde As'ad AbuKhalil 1960 im Libanon. 1983 zog er in die USA, wo er heute als Professor für Politikwissenschaften an der California State University, Stanislaus arbeitet. Der frühere Marxist-Leninist beschreibt sich selbst als einen Anarchisten, dem die Fallstricke von Dogmen bewusst sind.
Thomas Pany schreibt auf Telepolis, As'ad Abu Khalils Blog sei dafür bekannt, dass es vor den Kopf stoße, wo andere kuschten. Er laufe quer gegen den Strich der meisten Parteinehmer in Syrien und sei eine erfrischende verlässliche - allerdings auch keine neutrale - Quelle. Das schottische "The Journal" beschreibt ihn so: anti-islamistisch, pro-palästinensisch, anti-zionistisch und vor allem anti-amerikanisch. Vor allem die beiden letzten Punkte machen ihn in den USA zurzeit eher unbeliebt. Ein Beispiel dafür findet sich im Frontpagemagazine. Das arabische Blog Al-bab, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, Nicht-Arabern arabische Kultur und Politik nahe zu bringen, attestiert AbuKhalil, in jedem Fall unterhaltsam zu sein.
Eigene Sicht auf die Dinge
Angry Arab kommentiert gerne die Berichte westlicher Medien, aktuell etwa einen Artikel der New York Times, in dem Vertreter westlicher Geheimdienste ihre Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass einige der 100 Rebellengruppen, die in Syrien gegen das Regime kämpfen, Verbindungen zu Al-Qaida haben könnten.
Ein weiteres Beispiel: Seine Einschätzung zur Ankündigung des syrischen Außenministeriums bei einem Angriff von außen, chemische und biologische Waffen einzusetzen.
"Beispiellose Desinformationskampagne"
In einem anderen Post geht es um den Anschlag, bei dem in der vergangenen Woche einige wichtige Getreue von Präsident Bashar al-Assad zu Tode gekommen sein sollen. Zumindest wurde das in den westlichen Medien so berichtet. Auch hier hat AbuKhalil eine eigene Sicht auf die Dinge und verweist darauf, wie schwierig es sei, an verlässliche Informationen über die Ereignisse in Syrien zu kommen.
Seiner Meinung nach erleben wir in Syrien zurzeit eine beispiellose Desinformationskampagne – die nicht nur vom syrischen Regime, sondern auch von den USA vorangetrieben werde. Der syrische Nationalrat und die Freie Syrische Armee hätten längst nur noch geringen Einfluss. AbuKhalil beschreibt sie als Werkzeuge der regionalen und internationalen Geheimdienste.
Wenig Hoffnung macht der Angry Arab auf eine schnelle Lösung des Konflikts. Er befürchtet vielmehr, dass sich die Kämpfe auf den Libanon ausweiten könnten.