Donnerstag, 23. Mai 2013

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Blogs Das Comeback von Rivva  

Webschau mit Thomas Reintjes

Das Logo von wellenförmige Logo von Rivva
Zurück mit Unterstützung von BMW - Rivva (Screenshot dradio.de)

Der Blogaggregator ist zurück - mit finanzieller Unterstützung von BMW.

Vor vier Monaten ging ein Aufschrei durch die Blogszene. Rivva hatte den Dienst urplötzlich eingestellt. Jetzt ist Rivva wieder da - zur Erleichterung eines großen Teils der deutschen Blogosphäre. Rivva, das ist eine Art permanente Webschau - allerdings beschränkt auf Deutschland. Es geht darum, wer sich zu einem Thema äußert und welche Artikel über Twitter verbreitet werden. Rivva ist ein Blogaggregator für die deutsche Blogoshäre und hilft dem Nutzer dabei, sich einen Überblick über diesen Teil des Netzes zu verschaffen.

Doch dieser Vorzüge zum Trotz, Rivva wurde vor vier Monaten eingestellt. Die Gründe dafür: Rivva war ein Ein-Mann-Unternehmen von Frank Westphal. Finanziell hat sich die Arbeit offenbar nicht gelohnt. Im Februar gab Westphal deshalb auf. Jetzt kommt der Blogaggregator zurück. Die Vermarktungsagentur Mokono ist auf Westphal zugekommen und hat mit BMW einen Sponsor gefunden. Bis Ende des Jahres soll die Finanzierung gesichert sein.

Die Nische soll zu ihrem Recht kommen

Was hat sich neben der Finanzierung noch geändert? Die Seite ist optisch ein wenig anders aufgeteilt. Neben Blogs und Twitter wird jetzt auch das Soziale Netzwerk Facebook gefeatured. Im Sprachduktus hat sich Westphal schon an seinen neuen Geldgeber angepasst: "Unter der Motorhaube ist vieles neu", beschreibt er die Änderungen bei Rivva in einem Interview auf dem Blog "Art und Weise". Westphal will auch weiterhin an Rivva arbeiten. So verspricht er, dass künftig auch "kleine und nischige Blogs" endlich "die verdiente Bildfläche bekommen" sollen.

Ein Punkt wird bei Rivva gleich bleiben: Wichtiger als die eigentlichen Blog-Einträge sind die Reaktionen, die sie hervorrufen. Oder wie es Felix Schwenzel in seinem Blog wirres.net beschrieben hat: "Das tolle an rivva waren gar nicht die stories die es oben, oder auf der startseite, anzeigte, sondern die links drunter, die meta-ebene, wer was über die stories sagte die nach oben schwommen. nicht die dinge die oben schwammen waren das wirklich interessante, sondern die, die es zum schwimmen brachten." Felix Schwenzel ist am Samstag (11.06.2011) zu Gast bei Michael Gessat im Online Talk. Ab 11 Uhr geht es eine ganze Stunde lang um sein Blog - und bestimmt auch über das Comeback von Rivva.

Kritische Stimmen zum Rivva-Comeback finden sich etwa bei Don Alphonso und Thomas Knüwer. Der Tenor: Die Autoren freuen sich zwar, dass Rivva zurück ist, kritisieren allerdings, dass die Seite von einem Autokonzern und nicht von einem Medienhaus finanziert wird.

Sommerpause für Carta

Fast gleichzeitig mit dem Comeback von rivva.de schließt eine andere wichtige Seite vorläufig: carta.info - ein Multi-Autoren-Blog, das sich selbst "Blog für digitale Öffentlichkeit, Politik und Ökonomie" nennt. Im weitesten Sinne geht es um Netzpolitik. Im Jahr 2009 wurde das Angebot mit einem Grimme-Online-Award ausgezeichnet.

Die Gründe für das vorläufige Aus: Man habe "kein Wachstums- und Finanzierungsmodell gefunden" schreibt Robin Meyer-Lucht, einer der Carta-Herausgeber. Nach zweieinhalb Jahren sei das Experiment zwar nicht gescheitert, gehe jetzt aber in eine Sommerpause von unbestimmter Länge. Die Reaktion auf diese Nachricht - nicht nur Enttäuschung. Carta hatte nicht nur Freunde. Nachzulesen etwa bei Christian Sickendieck im Blog "Fix your master boot record".

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