Sonntag, 19. Mai 2013

Redaktionskonferenz /

Bologna-Reform Gut gedacht, schlecht gemacht?  

Zu Gast ist Bildungsphilosoph Matthias Burchardt

Studenten demonstrieren in Düsseldorf gegen die Bildungspolitik.
Für die Bildungspolitik gab es heftige Kritik - und jetzt? (AP)

1999 verabredeten Europas Wissenschaftsminister einen gemeinsamen Hochschulraum anzustreben - der Grundstein zur Bologna-Reform war gelegt.

Für Deutschland bedeutete das zunächst vor allem die Umstellung auf Bachelor und Master. Doch immer wieder gibt es Kritik an der Bologna-Reform, und dass ausgerechnet Wirtschaftsvertreter heute die "Ökonomisierung der Bildung" beklagen, empfindet der Kölner Bildungsphilosoph Matthias Burchardt als "perversen Effekt". Mit ihm ziehen wir heute in der Redaktionskonferenz Bilanz: Wo stehen wir, nach über einem Jahrzehnt Hochschulreform?


Schwarzweiß-Bild von Matthias BurchardtBildungsphilosoph Matthias Burchardt kritisiert die Bologna-Reform. (© Barbara Petri)Gast:
Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Professur für Allgemeine Pädagogik an der PH Ludwigsburg

Redaktion:
Armin Himmelrath (Moderation), Nora Hespers (Online-Redaktion), Claudia Müller (Nachrichten), Nezir Trgo (Technik)

 

 

Playlist:
Computerliebe - Paso Doble
Humankapital - Funny van Dannen
Propaganda - Yvan Marc
Begrabt mein iPhone - Peter Licht
Redemption Song - Jonny Cash
Somebody to love - Queen

Earobic:
Noch bis 18 Uhr können Sie das heutige Earobic lösen.

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Endlich einmal

    sprach jemand, hier Matthias Burchardt, Gedanken aus, die mir zu dieser "Reform" schon lange im Kopf kreisen. Ich bin ein älteres Semester (Diplom-Mathematiker) der mit Begeisterung studiert hat. Schon zu Beginn der Bologna-Reform war ich zutiefst erleichtert dass mir dieser Kelch erspart geblieben ist. In einem Bologna-Studium hätte ich wahrscheinlich versagt. Nach einem sehr mittelmäßem Abitur (Note 3,3) blühte ich an der Uni förmlich auf: Vordiplom und Endnote 1. Es war die Freiheit an der Uni die mich enorm motiviert und stimuliert hat. Ich war in der glücklichen Lage in die Breite studieren zu können und zu dürfen (16 Semester, 3 Universitäten). Ich habe zusätzlich in die Philosophie und die Logik reingeschnuppert und mehr Vorlesungen gehört als für die Diplom-Prüfung nötig gewesen wären, aus reinem Interesse. Ich habe mir die Zeit genommen zu verstehen was ich verstehen wollte. Unter den heutigen Studienbedingungen hätte ich entweder das Studium abgebrochen oder wäre ein "schlechter" Student gewesen und hätte wenig Freude am Studium gehabt. In meinem damaligen Studium habe ich gelernt mich in (fast) jedes Gebiet einarbeiten zu können was mich interessiert, und davon mache ich noch 30 Jahre nach meinem Abschluss mit Genuss Gebrauch. Dank an Dradio Wissen und an Matthias Burchardt für diese klaren Worte, die ich ganz teile und im öffentlichen Diskurs schmerzlich vermisse.

    Sokiztz 20.10.2012 20:59 Uhr

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