Botschaften Die Platzhalter
Wie sie die Interessen eines Staates im Ausland vertreten
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- Der Balkon eines Botschaftsgebäudes kann Platz wichtiger Mitteilungen sein - hier der ecuadorianische. (picture alliance / dpa | Facundo Arrizabalaga)
Um seiner Auslieferung nach Schweden zu entgehen, musste sich Wikileaks-Gründer Julian Assange etwas einfallen lassen. Statt in den Untergrund abzutauchen oder eine neue Identität anzunehmen, floh er in die Botschaft Ecuadors in London.
Für Julian Assange war der Gang in die ecuadorianische Botschaft ein erster Schritt Richtung Südamerika und damit in Richtung Freiheit.
Politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen
Botschaften vertreten ihren Entsendestaat im Empfangsstaat und pflegen die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den Ländern. Wie weit sie dabei gehen dürfen und welche Rechte und Pflichten Botschafter haben, darum geht es im Tagesthema bei DRadio Wissen.
Was eine Botschaft darf - und was nicht
Der Völkerrechtler Andreas Funke über Rechte und Pflichten von Botschaften
Julian Assange tritt auf den Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. (picture alliance / dpa | Kerim Okten)Ecuador bietet Julian Assange diplomatisches wie auch politisches Asyl. Doch diplomatisches Asyl sei international umstritten, sagt Andreas Funke, Professor für öffentliches Recht an der Universität Erlangen. Im Streit um das Asyl für Assange kann Großbritannien nur um die Schlichtung vorm Internationalen Gerichtshof in Den Haag bitten.
Gefangen in der Freiheit
Webschau mit Thomas Reintjes
Julian Assange in Freiheit, doch betritt er britischen Boden, sind die Bobbys gleich da. (picture alliance | dpa | Facundo Arrizabalaga)In der ecuadorianischen Botschaft in London ist Julian Assange gewissermaßen frei - außerhalb davon, auf britischem Boden, droht er festgenommen zu werden. Darum hat er bei seiner Rede vom Balkon der Botschaft auch peinlich genau darauf geachtet, mit den Füßen nicht über die Türschwelle zu treten - dann hätte er sich schon auf britischem Territorium befunden.
Vom Gesandten zum Botschafter
Harriet Rudolph erklärt, wie der Beruf des Botschafters entstanden ist
Die Gesandten der vier Hauptprovinzen Slavinia, Germania, Gallia und Roma. (wikipedia.org | The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei public domain)Vor den Botschaften gab es die Gesandtschaften. Die ersten Gesandten schickte Italien im 15. Jahrhundert ins Ausland. Deren Aufgabe: Die Interessen ihres Landes an einem fremden Hof zu vertreten und durchzusetzen. Häufig versuchten sie auch, die innenpolitischen Entscheidungen des Gastlandes zu beeinflussen. Die Rechte und Pflichten der heutigen Botschaften wurden auf dem Wiener Kongress festgelegt.
Die besten Feste
Frank Schüttig, Herausgeber der Zeitschrift Business & Diplomacy, ist beruflich oft auf Empfängen in Botschaften unterwegs
Der ehemalige russische Botschafter Wladimir Kotenjow mit Ehefrau Maria. (picture-alliance/ dpa | XAMAX)Wladimir Kotenjow war bekannt dafür, dass er die russische Botschaft in Berlin in ein Mekka der Berliner Society verwandelte. Als Partylöwe wurde Kotenjow in den Medien bezeichnet. Seit er 2012 von Wladimir M. Grinin abgelöst wurde, sind die Botschaftsempfänge wieder kleiner und ruhiger geworden. Frank Schüttig weiß, welche Botschaft in Berlin die besten Empfänge ausrichtet.