Montag, 20. Mai 2013

Kultur /

Boykott Der Klang der Solidarität  

Kerstin Poppendieck über eine südafrikanische Diskussion

Ein Mitglied der Band Mahotella Queens bei einem Auftritt.
Sollen afrikanische Künstler Israel boykottieren? (StimpsonJCat/ Flickr/ CC BY-NC 2.0)

"Southafrican Artists Against Apartheid": Zu Zeiten der Rassentrennung in Südafrika galt der kulturelle Boykott als Mittel, politische Veränderung zu fordern. Heute rufen südafrikanische Künstler zum Boykott gegen Israel auf. Weltstars wie Madonna oder die Red Hot Chili Peppers, die auch in Israel auftreten, müssen sich in Südafrika den Vorwurf anhören, ihnen sei Geld wichtiger als Moral.

"Unsere Eltern haben das Biest einmal besiegt. Jetzt ist das Biest zurück und es muss wieder besiegt werden. Das ist der Klang der Solidarität – von Südafrika nach Gaza. Freiheit für Palästina" – so heißt es in einem Lied der "South African Artists Against Apartheid", eine Bewegung südafrikanischer Künstler, die zu einem kulturellen Boykott in Israel aufrufen. So wie sich zwischen 1960 und 1990 Künstler weltweit darauf geeinigt hatten, nicht in Südafrika aufzutreten, solange das Apartheidregime an der Macht ist, fordern dies immer mehr Künstler heute für Israel.

Der Beitrag ist eine Übernahme aus der Sendung Corso des Deutschlandfunks.



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Kommentare 2 - 1 von 2

  • 2. Solidarität!

    Die Solidarität kann auch ganz anders klingen: http://www.youtube.com/watch?v=vHycyr2Yhlo&feature=youtu.be

    Jallibaba 30.06.2012 15:04 Uhr

  • 1. Solidarität?

    Es ist traurig, dass sich die Künstler in Südafrika von der antiisraelischen Propaganda instrumentalisieren lassen. Wenn sie sich mit dem Konflikt, mit Israelis, mit israelischen Künstlern, gleich welcher Religion, beschäftigt hätten, wüssten sie wie verfehlt ihre Aktion ist. In Israel wird intensiver und demokratischer über die Situation im eigenen Land diskutiert, als wir es hier wahrhaben wollen. Und die Künstler haben daran einen großen Anteil. Eines steht fest, Israel ist KEIN Apartheitsstaat und das sollten die Südafrikaner wissen. Es wird intensiv versucht Israel als einen darzustellen, aber kritisch hinterfragt wird diese Behauptung in Südafrika ebenso wenig wie hier bei uns in Europa. Die Motivation für die antiisraelische Aktion liegt bei den Südafrikanern wahrscheinlich in Wahrheit in der Vergangenheit - eine späte Rache für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und dem damaligen Apartheitsstaat Südafrika. Eine vielleicht verständliche, aber unpassende Abrechnung, die natürlich mit Israel leicht fällt, andere ehemalige Freunde des Apartheitsregimes in Europa zu boykottieren, könnte sich Südafrika nicht leisten. Ein Israel-Boykott ist dagegen billig! Abschließend ist noch auf einen Fauxpas der Südafrikaner hinzuweisen, im zum Ende gesendeten Musikstück wird von der Befreiung Gazas gesungen - das müssen die Palästinenser selber bewerkstelligen, die Hamas ist von ihnen gewählt, dafür kann man Israel nicht verantwortlich machen!

    Jallibaba 28.06.2012 08:22 Uhr

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