Brasilien Kondome für den Regenwald
Julio Segador hat eine Fabrik in Brasilien besucht, die Kondome aus Kautschuk herstellt und damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt
In der kleinen Urwaldstadt Xapuri werden Kondome aus Kautschuk hergestellt. Die Produktion löst gleich mehrere Probleme auf einmal: Sie schützt und erhält den Regenwald, schafft Arbeitsplätze und verhindert die Verbreitung von Aids in Brasilien.
Seit vier Jahren werden in der Urwaldstadt Xapuri, im Nordwesten Brasiliens, Kondome hergestellt. Rund 700 Menschen arbeiten als Kautschukzapfer und beliefern die Kondomfabrik mit wertvollem Rohstoff. Weitere rund 160 Menschen aus der Amazonas-Region sind in der Fabrik selbst beschäftigt, um die vollautomatische Produktion der Präservative zu überwachen. Jährlich verlassen 100 Millionen Kondome das Fabrikgelände.
Nachhaltiges Wirtschaften
Um ein qualitativ gutes Naturprodukt herstellen zu können, ist die Fabrik darauf angewiesen, die Kautschukbäume der Region zu erhalten. Weil die Bäume nicht abgeholzt, sondern zur Latex-Produktion tatsächlich genutzt werden, trägt die Kondomproduktion dazu bei, den Regenwald zu erhalten. Die durch die Fabrik geschaffenen Arbeitsplätze ernähren Hunderte von Menschen, die rund um die Kondomherstellung eine Stelle gefunden haben. Außerdem rettet die Kondomproduktion das Leben vieler Menschen: Viele der Kondome werden kostenlos an Aidskranke verteilt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, wurden Teile des Regenwaldes inzwischen zur Schutzzone erklärt.
Dieser Bericht ist eine Wiederholung vom 25.09.2012.