Mittwoch, 22. Mai 2013

Kultur /

Brauchtum Wilde Walpurgisnacht  

DRadio-Wissen-Autor Nico Rau über die Bräuche in der Mainacht.

Eine Frau steht hinter einem Feuerkreis, den sie mit einer Fackel erzeugt
Brauch der Walpurgisnacht in Heidelberg (Tukan|Wikimedia|CC BY-SA 2.5)

Mit Peitschen Hexen vertreiben, durch Feuer gehen, Salz auf Türschwellen streuen - das sind nur einige der Mainacht-Rituale.

Im bäuerlichen Glauben sind in der Nacht von 30. April auf den 1. Mai, der Walpurgisnacht, Hexen unterwegs. Man schützte sich davor, indem man zum Beispiel nachts mit der Peitsche knallte. Darüber hinaus gelten viele überlieferte Mainacht-Rituale als Schutz vor Seuchen und Krankheiten.

Hexen auf dem Blocksberg

Goethe hat den Volksglauben nachhaltig gefestigt mit der Walpurgisnacht-Szene auf dem Blocksberg (heute: der Brocken im Harz) in "Faust I". Seitdem sind Hexen fester Bestandteil der Walpurgisnacht.

Maibaum und Co.

Viele Maibräuche drehen sich - auch heute noch - um Liebe und Fruchtbarkeit. Der Maibaum, meist eine Birke, der in der Dorfmitte aufgestellt wird, ist ein Fruchtbarkeitssymbol. Verliebte Paare springen Hand in Hand über das heruntergebrannte Maifeuer - der Maisprung soll dafür sorgen, dass das Paar ein ganzes Leben miteinander verbringt.

Als Maistrich bezeichnet man es, wenn bisher heimlich Verliebte nachts ihre Häuser mit Kreidestrichen verbinden, um so ihre Liebe öffentlich zu machen. Ähnlichen Sinn hat der Brauch, dass junge Männer in der Nacht einen bunt-geschmückten Maibaum am Haus der Angebeteten befestigen.



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