Chemische Waffen Die Büchse der Pandora
Die Wirkung von Chemiewaffen ist verheerend - trotzdem werden sie von manchen Staaten hergestellt und manchmal auch eingesetzt.
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- Chemiewaffen gehören zu den weltweit geächteten Waffen. (wikimedia commons | cc by-sa 3.0)
Das syrische Regime hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass seine Streitkräfte über chemische Kampfmittel wie Sarin oder Senfgas verfügen. Die abschreckende Wirkung dieser Waffen war Teil der Drohkulisse gegenüber möglichen Angreifern aus Nachbarländern. In der bedrängten Lage, in der sich die syrische Führung jetzt befindet, ist wieder vom Einsatz chemischer Waffen die Rede, im Falle einer "äußeren Aggression".
Weltweit gehören die chemischen Kampfstoffe zu den geächteten Waffen. Nach den verheerenden Erfahrungen im Ersten Weltkrieg, als Schätzungen zufolge rund 500.000 Menschen durch Giftgas starben und weit über eine Million verwundet wurden, gab es bereits die ersten Versuche, dieses Waffenarsenal zu kontrollieren. Doch erst 1993 gelang dies mit der Chemiewaffenkonvention. Aber einige Länder haben diese Übereinkunft nicht unterzeichnet - unter ihnen Syrien.
Die Kontrolle der Chemiewaffen
Der Journalist Andreas Zumach berichtet über die Bemühungen der Völkergemeinschaft.
Vor 35 Jahren wurde "Agent Orange" von den USA im Vietnamkrieg eingesetzt. Bis heute gibt es Opfer dieses Chemiewaffen-Einsatzes. (Keystone Les Stone | dpa)Ein halbes Dutzend Länder hat die Konvention zur Ächtung chemischer Waffen nicht unterschrieben. Weit über hundert Staaten haben sich hingegen verpflichtet, keine chemischen Kampfstoffe herzustellen und zu lagern. Außerdem sollten bis 2012 alle Chemiewaffen vernichtet werden. Bis auf Russland, das die Bestände der ehemaligen Sowjetunion verwaltet, werden wohl alle Länder dieses Ziel erreichen.
Wie wirken chemische Kampfstoffe?
Thomas Zilker ist Toxikologe und hat iranische Chemiewaffenopfer behandelt.
Das Gas Sarin wird über Haut und Atemwege aufgenommen und ist bereits in kleinen Mengen tödlich. (bixentro | flickr | cc by 2.0)Senfgas und Sarin sind die am weitesten verbreiteten chemischen Kampfstoffe. Sie sind vergleichsweise einfach herzustellen und schädigen unterschiedliche Körperregionen. Senfgas dringt über Haut und Atmung in den Körper ein und zerstört Zellen. Das Nervengift Sarin blockiert Nervensignale zum Gehirn und zu den Muskeln, die Opfer sterben durch langsames Ersticken.
Chemiewaffen als Druckmittel
Der Blogger und Journalist Thomas Wiegold erklärt, welche Rolle Chemiewaffen bei der militärischen Kriegsführung spielen.
Ein kanadischer Soldat mit Senfgas-Verbrennungen während des Ersten Weltkriegs. (Library and Archives Canada / C-080027 | wikimedia commons | gemeinfrei)Selbst wenn Staaten wie Syrien über chemische Kampfstoffe verfügen: Dass sie eingesetzt werden, gilt als sehr unwahrscheinlich. Trotzdem wird die Bedrohung weltweit ernst genommen. In vielen Armeen sind die Soldaten weiterhin auf den Ernstfall eingestellt. Außerdem befürchten Experten, dass die Waffen in falsche Hände gelangen könnten.