Montag, 20. Mai 2013

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Chemische Waffen Die Büchse der Pandora  

Die Wirkung von Chemiewaffen ist verheerend - trotzdem werden sie von manchen Staaten hergestellt und manchmal auch eingesetzt.

Ein iranischer Soldat mit Gasmaske in einem Schützengraben.
Chemiewaffen gehören zu den weltweit geächteten Waffen. (wikimedia commons | cc by-sa 3.0)

Das syrische Regime hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass seine Streitkräfte über chemische Kampfmittel wie Sarin oder Senfgas verfügen. Die abschreckende Wirkung dieser Waffen war Teil der Drohkulisse gegenüber möglichen Angreifern aus Nachbarländern. In der bedrängten Lage, in der sich die syrische Führung jetzt befindet, ist wieder vom Einsatz chemischer Waffen die Rede, im Falle einer "äußeren Aggression".

Weltweit gehören die chemischen Kampfstoffe zu den geächteten Waffen. Nach den verheerenden Erfahrungen im Ersten Weltkrieg, als Schätzungen zufolge rund 500.000 Menschen durch Giftgas starben und weit über eine Million verwundet wurden, gab es bereits die ersten Versuche, dieses Waffenarsenal zu kontrollieren. Doch erst 1993 gelang dies mit der Chemiewaffenkonvention. Aber einige Länder haben diese Übereinkunft nicht unterzeichnet - unter ihnen Syrien.

 

Die Kontrolle der Chemiewaffen
Der Journalist Andreas Zumach berichtet über die Bemühungen der Völkergemeinschaft.

Eine junge Frau mit deformiertem GesichtVor 35 Jahren wurde "Agent Orange" von den USA im Vietnamkrieg eingesetzt. Bis heute gibt es Opfer dieses Chemiewaffen-Einsatzes. (Keystone Les Stone | dpa)Ein halbes Dutzend Länder hat die Konvention zur Ächtung chemischer Waffen nicht unterschrieben. Weit über hundert Staaten haben sich hingegen verpflichtet, keine chemischen Kampfstoffe herzustellen und zu lagern. Außerdem sollten bis 2012 alle Chemiewaffen vernichtet werden. Bis auf Russland, das die Bestände der ehemaligen Sowjetunion verwaltet, werden wohl alle Länder dieses Ziel erreichen.

 

 

Wie wirken chemische Kampfstoffe?
Thomas Zilker ist Toxikologe und hat iranische Chemiewaffenopfer behandelt.

Unter der Grafik einer Gasmaske steht das Wort SarinDas Gas Sarin wird über Haut und Atemwege aufgenommen und ist bereits in kleinen Mengen tödlich. (bixentro | flickr | cc by 2.0)Senfgas und Sarin sind die am weitesten verbreiteten chemischen Kampfstoffe. Sie sind vergleichsweise einfach herzustellen und schädigen unterschiedliche Körperregionen. Senfgas dringt über Haut und Atmung in den Körper ein und zerstört Zellen. Das Nervengift Sarin blockiert Nervensignale zum Gehirn und zu den Muskeln, die Opfer sterben durch langsames Ersticken.

 

 

Chemiewaffen als Druckmittel
Der Blogger und Journalist Thomas Wiegold erklärt, welche Rolle Chemiewaffen bei der militärischen Kriegsführung spielen.

Schwarzweißfoto eines Mannes mit zugeschwollenen Augen und schweren Brandblasen auf einem Krankenbett, neben ihm sitzt eine Krankenschwester, dahinter begutachtet eine Person die Wunden.Ein kanadischer Soldat mit Senfgas-Verbrennungen während des Ersten Weltkriegs. (Library and Archives Canada / C-080027 | wikimedia commons | gemeinfrei)Selbst wenn Staaten wie Syrien über chemische Kampfstoffe verfügen: Dass sie eingesetzt werden, gilt als sehr unwahrscheinlich. Trotzdem wird die Bedrohung weltweit ernst genommen. In vielen Armeen sind die Soldaten weiterhin auf den Ernstfall eingestellt. Außerdem befürchten Experten, dass die Waffen in falsche Hände gelangen könnten.



Mehr bei DRadio Wissen:

Virologie - Verschlusssache Killervirus
Wenn Forscher mit Viren experimentieren, ist nicht jeder erfreut über die Ergebnisse. Denn die Angst ist groß, dass diese in falsche Hände geraten.
(Agenda vom 01.12.2011)

Kriegsforschung - Forschen für die Rüstung Teil 1 und Teil 2
Deutsche Hochschullehrer wehren sich gegen Forschungsaufträge zu Rüstungszwecken.
(Meine Zukunft vom 04. und 05.08.2011)

Terrorismus - Gefahr im Koffer
Sprengstoffe und Biowaffen: Maschinen und Geräte können Gefahren erkennen, allerdings nur im Labor.
(Agenda vom 14.12.2012)

 

Mehr zum Thema:

Ausführungsgesetz zum Chemiewaffenübereinkommen - CWÜAG
(gesetze-im-internet.de - Seite des Bundesministeriums für Justiz
abgerufen am 24.07.2012)

Agent Orange für Olympia - Proteste gegen Dow Chemical
(taz.de vom 05.07.2012)

Syrien droht bei Angriff mit Chemiewaffen
(tagesschau.de vom 23.07.2012)

Arabische Liga erwartet Ende des Assad-Regimes
(dradio.de vom 24.07.2012)

Aufstand gegen Assad
(Themenseite bei sueddeutsche.de)

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