Dienstag, 21. Mai 2013

Medien /

China Jede Veröffentlichung ein Drahtseilakt  

Silke Ballweg hat den investigativen Journalisten Wang Keqin besucht, der mit einem Berufsverbot belegt ist

Der chinesische Journalist Wang Keqin ist mit einem Berufsverbot belegt.
"Der investigative Journalismus in China hat immer Höhen und Tiefen erlebt", sagt Wang Kegin. (Silke Ballweg )

Ein Land, in dem viel unter den Teppich gekehrt wird, ist eigentlich ein Paradies für investigative Journalisten. Das meint zumindest der chinesische Journalist Wang Keqin. Allerdings hat seine kritische Berichterstattung dazu geführt, dass er seit zwei Jahren nicht mehr veröffentlichen darf.

Wer in China mit tiefgründigen Recherchen aufdeckt, was zum Beispiel Behörden zu verbergen suchen, der läuft Gefahr, mit einem Publikationsverbot belegt zu werden. Genau das ist dem investigativen Journalisten Wang Keqin vor zwei Jahren passiert: Kurz nach der Veröffentlichung einer achtseitigen Geschichte über einen Impfstoff-Skandal, wurde er entlassen. Und nicht nur Wan, auch der Chefredakteur der publizierenden Zeitung verlor seinen Job.

Trotz Berufsverbot arbeitet Wang Keqin als Lehrbeauftragter

Der Journalist Wang Keqin lässt sich die Aussagen seiner Interviewpartner mit Fingerabdrücken "bezeugen".Aussagen von Interviewpartnern lässt sich Keqin mit Fingerabdrücken "bezeugen". (Silke Ballweg )Doch Wang bleibt optimistisch: "Der investigative Journalismus in China hat immer Höhen und Tiefen erlebt. Dieses Jahr ist wegen des anstehenden Führungswechsels alles ganz besonders streng. Aber wer weiß, vielleicht wird die Situation im nächsten Jahr schon wieder einfacher." Was verwundert an der rigiden Politik ist, dass er trotz des Berufsverbots als Journalist weiter als Lehrbeauftragter einer staatlichen Universität arbeiten darf.



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