China Kreative Alternative
Ruth Kirchner über das Umdenken in der chinesischen Schulbildung.
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- "Dampf ablassen" vor der großen Prüfung: Schüler stehen in China enorm unter Druck. (dpa | Meng Delong)
Das chinesische Bildungssystem baut auf Auswendiglernen und strikten Lernplan. Schüler werden einem enormen Druck ausgesetzt. Mittlerweile bezweifeln aber immer mehr Lehrer und Eltern, dass das System kreative Köpfe hervorbringen kann - sie setzen auf alternative Schulformen.
Zwischen dem 7. und 9. Juni findet die alljährliche Hochschulprüfung für Chinas Schüler statt. Gaokao, die "große Prüfung", entscheidet über die Zukunft der Schüler: Die Note bestimmt, wer an einer der führenden Universitäten des Landes studieren darf.
Großer Druck auf die Schüler
Der Druck der Eltern auf die Kinder ist groß, denn nur mit einem guten Ergebnis werden die Jugendlichen zu einer Eliteuniversität zugelassen. Viele Schüler bereiten sich zwei Jahre lang auf die Prüfung vor. Das chinesische Schulsystem baut auf Auswendiglernen und strikten Lernplan, die Schüler werden regelrecht gedrillt. Auch der Wettbewerb zwischen den Schülern ist enorm. Zeit für Hobbys haben die jungen Chinesen kaum.
Auswendiglernen unterdrückt das kreative Denken
Doch langsam findet in der chinesischen Gesellschaft ein Umdenken statt. Lehrer und auch Eltern erkennen, dass das Auswendiglernen das kreative und innovative Denken der Schüler unterdrückt. So wird zunehmend auf alternative Schulformen gesetzt, zum Beispiel auf Waldorfschulen. Rund 20 dieser Schulen gibt es derzeit in Peking, dazu etwa 200 Waldorfkindergärten. Nur reiche Familien können es sich leisten, ihre Kinder auf eine solche Privatschule zu schicken.