China Schulen für Wanderarbeiter-Kinder
Ruth Kirchner über die miserablen Bildungschancen chinesischer Wanderarbeiter-Kinder.
Weil sie ihre Kinder nicht in öffentliche Schulen schicken dürfen, gründen chinesische Wanderarbeiter eigene private Schulen.
Rund 120 Millionen Chinesen sind als Wanderarbeiter unterwegs. Die meisten gehen in die großen Städte, wo sie auf den Baustellen ihr Brot verdienen. Die Baubranche boomt, Arbeitskräfte werden gesucht. Auf der Strecke bleiben dabei oft die Kinder. Sie bleiben mit den Verwandten zu Hause. Und wenn sie mitkommen, haben sie keinen Zugang zur kostenlosen Schulbildung. Die öffentlichen Schulen dürfen sie nicht besuchen, denn als Kinder von Wanderarbeitern sind sie in der neuen Stadt nicht angemeldet und ohne Anmeldung dürfen sie nicht in öffentliche Schulen.
Gründung eigener Schulen als Ausweg
Die Wanderarbeiter nahmen vielerorts also das Heft selbst in die Hand und gründeten eigene Schulen. Doch selbst Schulen zu betreiben ist kostspielig, dennoch zahlen die meisten den Preis. Die Ausstattung dieser Schulen ist deutlich schlechter als die der öffentlichen. Auch das Bildungsniveau, lautet eine Kritik, rangiere deutlich tiefer. Unter dem Vorwand mangelnder Sicherheit und fehlender Einhaltung von Standards wurden bereits über 20 Schulen für Kinder von Wanderarbeitern in Peking geschlossen. Knapp 15.000 Schüler sollen davon betroffen sein. Ruth Kirchner, unsere Korrespondentin in Peking, hat für uns die Schulen der Wanderarbeiterkinder besucht.