Computerspiele Der Antikriegs-Shooter
Jochen Dreier hat unterschiedliche Shooter gespielt und analysiert, wie in Computergames getötet wird.
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- Die Spielfigur in "Spec Ops: The Line" steht immer wieder vor schwierigen Entscheidungen, die der Spieler hautnah miterleben soll. (Yager | 2K Games)
Wer Shooter spielt, tötet im Akkord, ohne dass das während des Spiels hinterfragt wird. Das Spiel "Spec Ops: The Line" bringt den Spieler dazu, sich für die eigenen Taten zu schämen.
Bei einem normalen Shooter blickt der Spieler aus der Ich-Perspektive oder über die Schulter seiner Spielfigur auf das Geschehen. Die Waffe stets im Anschlag schießt er auf alles, was sich bewegt. Je nach Spiel handelt es sich dabei um feindliche Soldaten, aggressive Außerirdische oder um die Bewohner von Dörfern oder Städten.
Mehr als eine simple Evakuierung
Das Kriegsspiel "Spec Ops: The Line" ist anders: Der Spieler schlüpft in die Rolle eines amerikanischen Soldaten, Captain Martin Walker, der zusammen mit zwei Kameraden in militärischer Mission durch Dubai streift. Die drei glauben zunächst, bei einem Einsatz zur Evakuierung zu helfen, entdecken dann jedoch, dass ihr Einsatz unglaubliches Leid über die Zivilbevölkerung bringt. Immer mehr verwischen die Grenzen zwischen gut und böse.
So könnte Krieg aussehen
Spieler werden sicher unterschiedlich auf "Spec Ops" reagieren, vermutet Enrico Woida von der Computerspielschule der Universität Leipzig: "Entweder sie finden es zu krass, vielleicht auch zu real, und brechen es irgendwann ab. Und die anderen spielen es und werden sich bewusst, wie die Realität wirklich aussehen könnte."