Freitag, 24. Mai 2013

Medien /

Copyright Reproduktion als Glaubensfrage  

Ein Gespräch mit Anton Waldt, Chefredakteur von de:bug

Auf eine Wand ist der Spruch "Copyright is for loosers" gesprayt (Kopierschutz ist was für Verlierer)
Die Missionary Church of Kopimism kämpft gegen den Kopierschutz. (917press | flickr | cc by-nc-sa 2.0)

Es klingt nach einem Scherz, ist aber durchaus ernst gemeint: Schwedische Internetnutzer sehen das Kopieren und Teilen von Informationen im Netz als heilige Pflicht an und kämpfen um die Anerkennung als Kirche.

Die Missionary Church of Kopimism spricht sich gegen den Kopierschutz aus und will die Tastenkombinationen STRG+C und STRG+V als heilige Symbole verwenden. Die Idee dazu hatte der 19-jährige Philosophiestudent Isak Gerson. Bereits 2010 stellten die File Sharer einen Antrag auf Anerkennung als Kirche, der aber in diesem Jahr abgelehnt wurde.

Interview mit Isak Gerson bei Al Jazeera Stream (englisch)

 

Kopieren als Respektsbekundung

Die Gruppe um Gerson arbeitet aber bereits an einem zweiten Versuch. Dazu wurden unter anderem Glaubenssätze formuliert, die die Reproduktion von Informationen für ethisch richtig halten und das Kopieren von Informationen anderer Personen als einen Akt des Respekts bezeichnen. Ist das Copyright also eine Frage der Religion? Diese Frage stellen wir Anton Waldt. Er ist Chefredakteur von de:bug, der Zeitschrift für elektronische Lebensaspekte, die sich in ihrer aktuellen Ausgabe genau mit diesem Thema befasst.



Mehr zum Thema bei DRadio Wissen:

Das Schweizer Fort Knox
Versteckt im Berg können Unternehmen ihre Daten in ehemaligen Armeefestungen schützen lassen
(Medien vom 30.05.2011)

Undurchsichtige AGB - Meine Bilder gehören mir!
Webschau mit Thomas Reintjes
(Agenda vom 12.05.2011)

Produktpiraterie - Danke für das Plagiat
Apple klagt gegen Samsung wegen angeblicher Produktpiraterie - ist aber nicht Opfer, sondern Gewinner.
(Agenda vom 20.04.2011)

Urheberrecht - Aufklärer in Sachen Online-Rechte
©, CC, GNU, PD - Das sind nur einige von vielen Lizenzierungen, die das Urheberrecht im Internet regeln. Das ist alles andere als transparent.
(Redaktionskonferenz vom 07.04.2011)

Copyright - Schluss mit lustig
Das internationale Anti-Piraterie-Abkommen muss durch den Bundestag.
(Medien vom 11.10.2010)

Creative Commons - Urheberrecht freiwillig ausgehebelt
Die Creative-Commons-Lizenzen erlauben es Kreativen, ihre Ideen und Werke miteinander zu teilen.
(Medien vom 09.06.2011)

 

Weitere Informationen:

Filesharing - Kopieren als anerkannte Religion
(Gamestar.de vom 19.04.2011)

Piratenreligion - Schwedische User wollen Filesharing zur Religion erklären lassen
(derStandard.at vom 23.04.2011)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

  • Seite 1 / 1

Kommentare 2 - 1 von 2

  • 2. Beten zum Heil der Welt und der Vermehrung des Wissens ....Vervollständigung des Titels

    Beten wir in unser Aller Interesse darum, dass eines Tages das Wissen der Welt (dazu gehören ja auch Software und Musik) für Alle zugänglich wird, indem es einfach kopiert wird und der Kopist wieder den Ruf bekommt, den er einstmals hatte!

    klaragold 04.07.2011 23:02 Uhr

  • 1. Beten Wir für die Anerkennung der 'Kirche für die Verbreitung des Wissens' Beten wir in unser Aller Innteresse darum, dass eines Tages das Wissen der Welt für Alle zugänglich wird, indem es einfach k

    Als Atheist blicke ich mit Abscheu auf die Geschichte 'unserer' Abendländischen Religionen zurück - Mit (vielleicht) einer kleinen Ausnahme. Nachdem diese Religion dafür gesorgt hat, alles Wissen der Klassik und der (sog.) Heiden zu vernichten (und wo das nicht möglich war) zu verstecken, fingen die Vertreter dieser Religionen an, das verdummte Volk in Ihrem Sinne und durchaus selektiv neu zu bilden. Stellen wir uns vor, wo wir jetzt wären,wenn das anglikanische, kommerzielle Copyright und das nicht damit zu verwechselnde Urheberrecht [siehe; http://de.wikipedia.org/wiki/Copyright[ gegolten hätte. Heute sehen wir, wie diese für die Verbreitung von Wissen gedachten und erstrittenen Rechte der Aufklärung bzw. im engl. Enlightenment (wieso nennen wir diese Zeit nur so?) durch die Verwertunsgesellschaften und Vertreter der Kreativen geradezu pervertiert werdem. Nicht etwa durch die Kreativen selbst, die haben davon den geringsten Nutzen! Denken Wir an Patente, die, wenn sie eine Innovation nicht verhindern, so doch zumindest verzögern. Beten wir

    klaragold 04.07.2011 22:54 Uhr

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

  • Seite 1 / 1

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Medien

Fotografen fotografieren die neue XBox One.

KonsoleAllrounder XBox One

Die neue Box wirkt eher wie ein Entertainment-Center.

Mehr …

Zwei Glasaugen, die leicht schielen.

GadgetSmartphone-Brille zum Ausdrucken

Ein Bonner Informatiker hat sich seine eigene 3D-Spiele-Brille gebaut.

Mehr …

Die Jury von DSDS

FernsehenGoodbye DVB-T

Bald gibt es kein "DSDS" mehr über DVB-T.

Mehr …

Autoschlüssel liegen auf einer Landkarte neben einem Smartphone.

TeilenCarsharing mit Privatautos

Wer sein Auto selten nutzt, kann sich mit digitalem Carsharing etwas dazuverdienen.

Mehr …

Ein Scrrenshot aus dem Computerspiel Defiance.

StorytellingNach der Serie ist vor dem Spiel

Das Buch zum Film? Laaangweilig. Heute gibt es die Serie zum Spiel. Und umgekehrt.

Mehr …

Paris (Frankreich), 8./9.Arr., Place de Clichy. - Zugang zur Metrostation 'Place de Clichy'

L’opinionNeuer Meinungsmacher für Frankreich

Trotz Zeitungskrise gibt es an Frankreichs Kiosks eine neue Zeitung zu kaufen.

Mehr …