Copyright Reproduktion als Glaubensfrage
Ein Gespräch mit Anton Waldt, Chefredakteur von de:bug
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- Die Missionary Church of Kopimism kämpft gegen den Kopierschutz. (917press | flickr | cc by-nc-sa 2.0)
Es klingt nach einem Scherz, ist aber durchaus ernst gemeint: Schwedische Internetnutzer sehen das Kopieren und Teilen von Informationen im Netz als heilige Pflicht an und kämpfen um die Anerkennung als Kirche.
Die Missionary Church of Kopimism spricht sich gegen den Kopierschutz aus und will die Tastenkombinationen STRG+C und STRG+V als heilige Symbole verwenden. Die Idee dazu hatte der 19-jährige Philosophiestudent Isak Gerson. Bereits 2010 stellten die File Sharer einen Antrag auf Anerkennung als Kirche, der aber in diesem Jahr abgelehnt wurde.
Interview mit Isak Gerson bei Al Jazeera Stream (englisch)
Kopieren als Respektsbekundung
Die Gruppe um Gerson arbeitet aber bereits an einem zweiten Versuch. Dazu wurden unter anderem Glaubenssätze formuliert, die die Reproduktion von Informationen für ethisch richtig halten und das Kopieren von Informationen anderer Personen als einen Akt des Respekts bezeichnen. Ist das Copyright also eine Frage der Religion? Diese Frage stellen wir Anton Waldt. Er ist Chefredakteur von de:bug, der Zeitschrift für elektronische Lebensaspekte, die sich in ihrer aktuellen Ausgabe genau mit diesem Thema befasst.