Crowdfunding Ein Schwarm von Investoren
Wie Crowdfunding funktioniert und warum man dazu den "Kickstarter" braucht.
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- Da ist einer ins Netz gegangen - Crowdfunding ist die Finanzierung der Zukunft. (Jeff Ruane | Flickr | cc-by-2.0)
Wenn viele Menschen kleine Summen für die Verwirklichung einer Idee spenden, heißt das Crowdfunding. Möglich macht es das Internet. So finden Projekte eine Umsetzung, die unter normalen Umständen nur eine Idee geblieben wären.
Ein Beispiel dafür ist der Film "Iron Sky". Der Nazis-im-Weltraum-Trashfilm des finnischen Regisseurs Timo Vuorensola wurde in Teilen durch Crowdfunding finanziert: 7,5 Millionen Euro hat der Film insgesamt gekostet. Ein Teil der Summe kam durch Crowdfunding und -investment zusammen, der Rest stammt von Produktionsfirmen.
Die Masse macht's möglich
Auch dem Programmierer und Spieleentwickler Tim Schafer gelang es, mehr als eine Million Dollar für ein Adventure-Spiel zu sammeln. Ähnlich erging es dem Comicautor Daniel Lieske: Er finanziert Projekte mithilfe seiner Fans. Über die Online-Plattform Kickstarter sammelte er genug Kapital, um einen mehrteiligen Comic und eine zugehörige App für Tablets und Smartphones zu finanzieren.
DRadio Wissen erklärt, wie Crowdfunding funktioniert, welche Rolle die Plattform "Kickstarter" spielt, und wie der Webcomic "The Wormworld Saga" von Daniel Lieske entstand.
Ein Webcomic finanziert von Fans
Ein Gespräch mit dem Comiczeicher Daniel Lieske
Daniel Lieske hat seinen Comic "The Wormworld Saga" mithilfe des Internets möglich gemacht. (Daniel Lieske)Ein Comic kostet Zeit - und Geld. Ersteres konnte Daniel Lieske in seinen Webcomic investieren, letzteres fehlte ihm. Darum ging es mit seinem Webcomic-Projekt eine Weile nur schleppend voran. Wäre nicht die Onlineplattform Kickstarter gewesen. Dank Kickstarter konnte er seine Fans überzeugen, in The Wormworld Saga zu investieren. Zwei Teile gibt es mittlerweile, ein dritter soll in Kürze folgen - alle sind kostenfrei im Netz verfügbar. Außerdem hat Daniel Lieske eine Wormworld-App produziert, die in Zukunft Geld einbringen soll.
Ursprünglich wollte er sich an Verlage wenden, um seinen Comic an die Öffentlichkeit zu bringen. Doch dann wurde er im Netz auf Crowdfunding aufmerksam. Heute sagt er: "Eine erfolgreiche Crowdsourcing-Kampagne ist auch eine sehr gute PR-Maßnahme. Letztendlich werden so auch die klassischen Kanäle darauf aufmerksam." Mittlerweile gebe es Verlage, die seinen Comic in gedruckter Form veröffentlichen wollen.
Gimme money!
Die Webschau mit Thomas Reintjes
Bevor kreative Projekte an Geldnot scheitern, könnten kleine Spenden von vielen Menschen helfen. (chris@APL | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)Comics, Videospiele, Musik und noch viel mehr. All das findet man bei Kickstarter.com. Der Website für crowdfinanzierte Projekte. Künstler, Autoren, Filmemacher und viele andere Kreative versuchen, via Kickstarter ihre Ideen zu verwirklichen.
Darunter sind so unterschiedliche Projekte wie eine Sammlung von Aikido-Bildern in Japan, eine App, die es möglich machen soll, eine Kamera via Smartphone zu steuern oder ein Theaterstück, das den Film "Jurassic Park" auf die Schippe nimmt. Online ist Kickstarter seit 2009. Mit möglichst kreativen Filmen stellen die Geldsuchenden ihre Ideen vor. Rund 10.000 Projekte sollen so schon finanziert worden sein.
Das Geschäft mit der Gegenseitigkeit
Ein Gespräch mit dem Medienjournalisten Moritz Metz
Wenn der Hund mit dem Geld wedelt, ist wahrscheinlich Crowdfunding im Spiel. (Ed Yourdon | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)Wer heute ein kreatives Projekt umsetzen möchte, ist nicht auf staatliche Fördergelder oder Kultur- und Medienfonds angewiesen. Er kann sich auch einfach an die Masse, den Schwarm oder die Crowd wenden. Via Crowdsourcing können sich viele Spender mit kleinen Summen an der Projektrealisierung beteiligen. Das funktioniert auf zweierlei Weise: Beim Crowdfunding stellen Menschen Geld zur Verfügung, ohne es zurück zu verlangen.
Anders als bei Spenden für gemeinnützige Einrichtungen können die Beträge nicht bei der Steuer abgesetzt werden. Auch gibt es keine Dividende, sondern allenfalls eine ideelle Entschädigung: vom Autogramm des Hauptdarstellers bis zur kleinen Nebenrolle. Beim Crowdinvestment ist das anders: Hier geben Menschen eine bestimmte Summe für die Umsetzung eines Projekts. Das Geld bekommen sie zurück, wenn sich das kreative Werk, der Film oder das Projekt finanziell rentiert haben und Geld in die Kassen spülen.
Crowdfunding im Mainstream - Agenda 15:00 Uhr
Eine Reportage von Wiebke Lehnhoff
Udo Kier spielt einen Nazi vom Mond in "Iron Sky" (dpa | polyband Medien | Tarja Jakunaho)Am 5. April 2012 lief in Deutschland der Film "Iron Sky" an. Bei der Premiere auf der Berlinale erntete das Werk rund um eine Horde Nazis, die auf dem Mond überlebt haben, großen Applaus. Kein Wunder, saßen im Publikum doch zum größten Teil genau die Fans, die maßgeblich zur Entstehung des Films beigetragen hatten.
Sie haben den Werdegang jahrelang online mitverfolgt: vom kleinen finnischen Projekt zum großen Kinofilm. Die sogenannten Fan-Investoren bekommen eine vertraglich zugesicherte Gewinnbeteiligung. Nun muss sich zeigen, ob sich das Investment auszahlt. Wiebke Lehnhoff über die Entstehungsgeschichte des Films.
Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 04. April 2012