Curiosity Neugierig auf dem Mars
Riskante Operationen und utopische Visionen: Curiosity landet auf dem Mars
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- Sechs Reifen im roten Sand: Marsroboter Curiosity in einer Visualisierung (dpa | picture alliance | NASA/JPL-Caltech)
Der Roboter Curiosity ist auf dem Mars gelandet. Bis ihm Menschen nachfolgen, wird es noch Jahre dauern. Echtzeitbilder des Nasa-Manövers hat es nicht gegeben, denn das Funksignal zu unserem fernen Nachbarplaneten benötigt mindestens 14 Minuten. Um 7:31 Uhr mitteleuropäischer Zeit bestätigt die Nasa die Landung.
Seit achteinhalb Monaten ist sie unterwegs, die Rakete mit dem Marsroboter "Curiosity". An diesem Montag (06.08.2012) ist der Mars-Rover vollautomatisch auf der Marsoberfläche gelandet.
248 Millionen Kilometer entfernt
Die Wissenschaftler der Nasa sprachen zuvor von einer der bislang risikoreichsten Landungen - von den "Sieben Minuten des Schreckens". Denn Curiosity flog mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20.000 Stundenkilometern. Bremsraketen, Fallschirm und ein kompliziertes System namens "Sky Crane" sorgten für den Bremsvorgang.
Noch sind es nur Roboter, mit denen die Menschen den Mars erobern. Aber überall auf der Welt tüfteln Wissenschaftler daran, wie eines Tages auch Menschen zum Mars fliegen könnten. Die lange Flugdauer, die kosmische Strahlung oder die Versorgung mit Treibstoff und Lebensmitteln sprechen dagegen. Und schließlich die Rückkehr zur Erde, die alles doppelt so teuer macht.
Sehnsucht nach dem "Roten Planeten"
Einige Projekte planen daher den One-Way-Trip: Eine Reise ohne Wiederkehr. Eines ist klar: Der Mars ist ein Sehnsuchtsort - für Wissenschaftler wie Künstler: Musiker, Filmemacher und Autoren haben sich schon lange vor Curiosity auf den roten Planeten teleportiert.
Mit Big Brother one-way zum Mars
Dirk Lorenzen über kuriose Mars-Missionen
Der Mars: Eisen(III)-oxid-Staub lässt ihn rot erscheinen. (NASA)Für die staatlichen Raumfahrtgesellschaften kommen One-way-Missionen aus ethischen Gründen nicht infrage. Private Initiativen sehen das entspannter. Die niederländische Aktion Mars-One plant eine gigantische Castingshow, die vier Menschen für eine Marsfahrt auswählt - ohne Rückflugticket. Ihr Ziel: die Marskolonisation, ab spätestens 2023.
Wir müssen zum Mars
Ulrich Walter, Professor für Raumfahrttechnik an der TU München, über die Zukunft der Mars-Mission
Zeichnung einer möglichen Marsstation (ESA)Der bemannte Flug ins All ist in weite Ferne gerückt. Die Amerikaner haben ihre ehrgeizigen Pläne gewaltig abgespeckt. Zu teuer, zu unergiebig, sei das Projekt. Trotzdem müssten die Menschen zum Mars, sagt Ulrich Walter. Über kurz oder lang werde das auch gelingen - auch wenn derzeit selbst die Landung eines Roboters noch ein heikles Unternehmen darstellt.
Sieben Minuten des Schreckens
Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) über die Landung von Curiosity
Während der sieben Minuten sind die Nasa-Mitarbeiter zum Nichtstun verdammt. (picture alliance | dpa | Brian Van Der Brug)Um 7:31 Uhr halten die Wissenschaftler auf der Erde die Luft an - alle warten nur auf eins: ein erstes "Piep" von Curiosity, das die sichere Landung signalisiert. Die Chancen, dass alles glatt läuft, sehen einige Wissenschaftler bei nur 50 Prozent. Denn noch nie gab es ein komplizierteres Landemanöver auf dem Mars.
Space for sale
Wie im Weltall Geld verdient wird, erklärt Wissenschaftsjournalist Hans-Arthur Marsiske
Auch die Raumfahrt ist inzwischen privatisiert. (Wiki Commons / gemeinfrei/ Nasa)Es ging ums Prestige, es ging um die Ehre – wer würde als Erstes einen Fuß auf den Mond setzen, die USA oder die UDSSR? Der Weltlauf ins All erregte im 20. Jahrhundert die Gemüter und ging ins Geld. Heute scheint die Euphorie verflogen, weil die Ausflüge ins All zu teuer werden. Vom Projekt Raumfahrt profitieren aber viele Unternehmen.
Marslandung im Wohnzimmer
Jochen Dreier und Christian Grasse versuchen eine olympische Synchron-Landung per Livestream und Spielekonsole
Im Nasa-Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (Pasadena) verfolgt man die Fortschritte. (picture alliance / dpa)Um die komplexen Vorgänge der 2,5 Milliarden Dollar teuren Mission einem wissenschaftsfernen Publikum nahe zu bringen, hat die Nasa in Zusammenarbeit mit Microsoft ein kostenloses Simulationsspiel für die Xbox 360-Konsole entwickelt: Mars Rover Landing. Wir machen den Realitätscheck.
Warum Marsmännchen grün sind
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/06/drw_201208061202_warum_die_marsmaennchen_gruen_sind_9d81f131.mp3
Markus Dichmann über den Einfluss des roten Planeten auf Literatur, Film und Popmusik
Sehen Sie so aus, die Marsianer? (James Vaughan/ flickr/ cc by-sa/2.0/deed.de)Die 1920er-Jahre, New York: Ein Friseur rasiert sein totes Kapuzineräffchen, malt es grün an und verkauft es der Presse als Marsbewohner. Das ist nur eine von vielen Geschichten, die das Bild vom kleinen, grünen Marsianer in Umlauf brachten.
Nasa: Curiosity's Seven Minutes of Terror (youtube.com)