Freitag, 24. Mai 2013

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Cyberkriminalität Testfall Cyberwar  

Jürgen Kuri, stellvetretender Chefredakteur der Zeitschrift c't über die Bundeswehr-Übung "Lükex 2011"

Experten sitzen am Mittwoch (30.11.2011) in Bad Neuenahr-Ahrweiler in der Akademie für Krisenmanagment, Notfallschutz und Krisenplanung (AKNZ) an Computern. Im Rahmen der Übung "Lükex 11" simulieren Experten aus verschiedenen Bundesbehörden mit anderen Repräsentanten des Landes einen Cyberangriff mit einem Computervirus auf zentrale Rechner des Landes.
Gemischte Bilanz - Lükex 11. (dpa | Oliver Berg)

Das Bundesinnenministerium und das Land Hessen ziehen erste Bilanzen zum Cyberwar-Test.

In regelmäßigen Abständen proben in groß angelegten Übungen Bundeswehr, Polizei und andere Behörden den Katastrophenschutz. Im Jahr 2011 wurde erstmals das Szenario "Cyberwar" durchgespielt. Nun hat das Bundesland Hessen einen ersten Bericht im Netz veröffentlicht.

Bürokratie verhindert schnelles Handeln, Social Media unterschätzt

Die Bilanz aus Hessen fällt ambivalent aus. Gut funktioniert habe die technische Fehlersuche. Schwieriger sei es gewesen einzuschätzen, welche Konsequenzen der Angriff wo genau haben würde, fasst Jürgen Kuri vom Computermagazin c't zusammen. Zudem habe es viel Übungsbürokratie gegeben, die für den tatsächlichen Katastrophenschutz nicht hilfreich gewesen sei.

Die Forschungsstelle interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena, die die Bundeswehr-Übung begleitete, kommt zu dem Schluss, dass die Übenden mehr damit beschäftigt waren, ihre eigene Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten als den eigentlichen Angriff und seine Folgen abzuwehren.

Weitere Auswertungen aus anderen Bundesländern werden folgen sowie ein wissenschaftliches Gutachten, das dann vom Bundesinnenministerium ausgewertet werden wird. Jürgen Kuri fasst die bisherigen Stellungnahmen zusammen und versucht eine Einschätzung, was Übungen wie "Lükex 2011" im Kampf gegen "Stuxnet" und "Flame" leisten können.



Mehr bei DRadio Wissen

Cyberkriminalität - Auf Stuxnet folgt Flame
CCC-Sprecher Andreas Bogk untersucht den Computervirus Flame.
(Medien vom 30.05.2012)

Datenschutz - Viel Arbeit für Europas Datenschützer
Ein Gespräch mit c't-Redakteur Holger Bleich
(Medien vom 30.01.2012)

Cyber-Sicherheit und Cyber-Gefahr
Ein Gespräch mit Katharina Ziolkowski vom Cooperative Cyber Defense Center of Excellence in Tallinn.
(Redaktionskonferenz vom 29.08.2011)

Mehr zum Thema:

Krisenübung Lükex: Viel Bürokratie, wenig Sinn für Social Media
(Artikel auf heise.de vom 29.05.2012)

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