Cyberkriminalität Testfall Cyberwar
Jürgen Kuri, stellvetretender Chefredakteur der Zeitschrift c't über die Bundeswehr-Übung "Lükex 2011"
Das Bundesinnenministerium und das Land Hessen ziehen erste Bilanzen zum Cyberwar-Test.
In regelmäßigen Abständen proben in groß angelegten Übungen Bundeswehr, Polizei und andere Behörden den Katastrophenschutz. Im Jahr 2011 wurde erstmals das Szenario "Cyberwar" durchgespielt. Nun hat das Bundesland Hessen einen ersten Bericht im Netz veröffentlicht.
Bürokratie verhindert schnelles Handeln, Social Media unterschätzt
Die Bilanz aus Hessen fällt ambivalent aus. Gut funktioniert habe die technische Fehlersuche. Schwieriger sei es gewesen einzuschätzen, welche Konsequenzen der Angriff wo genau haben würde, fasst Jürgen Kuri vom Computermagazin c't zusammen. Zudem habe es viel Übungsbürokratie gegeben, die für den tatsächlichen Katastrophenschutz nicht hilfreich gewesen sei.
Die Forschungsstelle interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena, die die Bundeswehr-Übung begleitete, kommt zu dem Schluss, dass die Übenden mehr damit beschäftigt waren, ihre eigene Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten als den eigentlichen Angriff und seine Folgen abzuwehren.
Weitere Auswertungen aus anderen Bundesländern werden folgen sowie ein wissenschaftliches Gutachten, das dann vom Bundesinnenministerium ausgewertet werden wird. Jürgen Kuri fasst die bisherigen Stellungnahmen zusammen und versucht eine Einschätzung, was Übungen wie "Lükex 2011" im Kampf gegen "Stuxnet" und "Flame" leisten können.