Freitag, 24. Mai 2013

Netzreporter /

Cyberwar Der dritte Weltkrieg dauert 1700 Jahre  

Von Simon Hurtz, Kooperative Berlin

Eine Ruinenlandschaft im Sonnenlicht.
Sieht so das Ende der Welt aus? (Ceward Brice | Flickr | cc-yb-2.0)

Das Computerspiel Civilization II sagt voraus, wie die Welt in 2000 Jahren aussehen wird. Es ist eine Zukunftsvision, die Angst macht.

Civilization II ist ein 16 Jahre altes Strategiespiel. Die Landschaft besteht aus groben Farbklötzen, längst ist die fünfte Ausgabe der Reihe erschienen. Doch noch immer hat das Spiel begeisterte Anhänger. Einer davon ist Lycerius. Seit zehn Jahren sitzt er an ein und derselben Partie des Spiels. Er hat sein Volk aus der Steinzeit in die Gegenwart geführt und darüber hinaus. Mittlerweile ist er im Jahr 3991 angekommen.

Die Welt ist zerstört

Die Welt ist durch Atomkriege zerstört und radioaktiv verstrahlt, die Polarkappen sind abgeschmolzen, und drei Supermächte kämpfen um die letzten verbliebenen Ressourcen. Das Szenario erinnert an die Dystopie, die George Orwell in 1984 heraufbeschworen hatte. Seit 1700 Jahren dauert der Dritte Weltkrieg an, von der Weltbevölkerung ist kaum noch etwas übrig. Die Demokratie ist ein Relikt des 30. Jahrhunderts, mit dem Parlament war kein Krieg zu gewinnen. Die Vereinten Nationen nimmt niemand mehr ernst.

Community soll Hilfe leisten

An diesem Punkt bittet Lycerius die Online-Comunity um Hilfe. Er möchte nicht, dass zehn Jahre Spielzeit in einem ewigen Krieg enden. Die User sollen ihm Tipps geben, um die Welt zu befrieden. Innerhalb von 48 Stunden erhält er 3500 Kommentare, sogar in die englischsprachige Wikipedia hat er es geschafft. Einem Spieler ist es dann auch gelungen, den Krieg zu beenden. Doch wer sich anschaut, wie er dabei vorgegangen ist, kann nur hoffen, dass aus diesem Spiel niemals Wirklichkeit wird.

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