Das Tiergespräch Ein Hoch auf die Taufliege
Mario Ludwig über das alkoholgetränkte Liebesleben der schwarzbäuchigen Taufliege Drosophila melanogaster
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- Wenn die Drosophila keinen Sex haben kann, besäuft sie sich eben. (Gustavo (lu7frb) | flickr | cc by-nc-sa)
Seit 100 Jahren liefert die Taufliege grundlegende Erkenntnisse über den Aufbau und die Funktion von Genen und Chromosomen.
Die Taufliege Drosophila melanogaster ist einer der wichtigsten Modellorganismen zur Untersuchungen elementarer biologischer Zusammenhänge auf molekularer Ebene. Dank ihrer Eigenschaften hat die deutsche Biologin Christiane Nüsslein-Volhard zusammen mit zwei Kollegen 1995 den Nobelpreis für Medizin erhalten.
Kein Sex? Dann Alkohol!
Aber auch jenseits von genetischen Fragestellungen gewinnen Forscher weltweit dank der schwarzbäuchigen Taufliege spannende Erkenntnisse am laufenden Band. So greifen zurückgewiesene Taufliegenmännchen im Frust öfter zum Alkohol, um den niedrigen Spiegel an Neuropeptid F anzuheben und auf diesem Weg das Belohnungszentrum im Gehirn stärker zu aktivieren.
Die Sucht nach mehr
Genau wie der Mensch können Taufliegen aufgrund des Hangover-Gens eine Toleranz gegen Alkohol entwickeln. Ist das Gen bei den Tieren aktiv, bewirkt schon ein einziger Kontakt mit Alkohol, dass sie später einen zweiten "Rausch" besser verkraften. Diese steigende Resistenz, die zum Konsum von immer größeren Mengen führt, gilt als Schlüsselfaktor beim Entstehen der Alkoholabhängigkeit.