Das Tiergespräch Ein Nacktmull kennt keinen Schmerz
Mario Ludwig über ein Säugetier, das in seinem Verhalten häufig einem Insekt ähnelt
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- Nacktmullen werden bei Kälte zum Gruppenkuschler... (Roman Klementschitz | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0)
Nacktmulle sind staatenbildend, spüren keinen Schmerz und kennen keinen Krebs. Bei Kälte werden sie auch gerne zum Gruppenkuschler.
Der im östlichen Afrika beheimatete Nacktmull lebt in bienenstockähnlichen Höhlensystemen und ist eines der interessantesten Säugetiere für die Wissenschaft. Die Mitglieder der Kolonien, die ähnlich wie Insektenstaaten organisiert sind werden von einer Mullkönigin regiert, die alleine für die Produktion des Nachwuches verantwortlich ist. Der erlauchte Kreis der männlichen Besamer bildet zusammen eine Art Harem, aus dem sich die Königin je nach Verlangen bedienen kann.
Keine Schmerzen, kein Krebs
Neben der für Säugetiere außergewöhnlichen Sozialstruktur fasziniert das Nagetier die Wissenschaft durch weitere bemerkenswerte Eigenschaften. Nacktmulle scheinen von Natur aus keine Schmerzen zu empfinden, erkranken niemals an Krebs und sind bekennende Gruppenkuschler.
Nager für besondere Stunden
Anders als gewöhnliche Säugetiere können sich Nacktmulle weitgehend ihrer Umgebungstemperatur anpassen, sind also geradezu "wechselwarm". Das Spektrum ihrer Körpertemperatur liegt zwischen 12 und 32 Grad Celsius. Dünne Haut und dünne Fettschicht machen den raschen Temperaturwechsel möglich, der in den unterirdischen Höhlensystemen extrem hilfreich ist. Besteht die Gefahr, zu sehr auszukühlen, regulieren sie ihre Körperwärme durch sogenanntes Gruppenkuscheln, indem sich mehrere Mulle im Nest möglichst eng aneinanderpressen.