Das Tiergespräch Mottenalarm im Biergarten
Der Biologe Mario Ludwig bringt DRadio Wissen den Schädling näher.
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- Die Kastanienminiermotte treibt ihr Unwesen zum Leidwesen der Biergartengäste. (Opuntia | Wikipedia | cc-by-sa-3.0)
Biergärten und Rosskastanienbäume gehören zusammen. Seit Mitte der 1990er-Jahre aber stört ein kleiner Schmetterling die Idylle massiv. Dessen Larven schädigen die Bäume, indem sie kleine Gänge durch die Blätter fressen. So verfärben sich die Blätter bereits im Frühsommer rotbraun und fallen ab. Und vorbei ist es mit dem schattigen Rückzugsort.
Globalisierung der Natur: Die Kastanienminiermotte kommt ursprünglich aus dem Balkan. Der Schädling breitete sich dann invasionsartig in Europa aus. Seither machen die Larven des kleinen Schmetterlings der Rosskastanie jedes Jahr von Neuem zu schaffen. Sie sorgen für vorzeitigen Blätterfall. Da die Kastanie in der Holzwirtschaft keine große Rolle spielt, wird nur wenig geforscht zur Bekämpfung der Motte.
Langzeitauswirkungen sind noch nicht bekannt
Die Bäume selbst sterben - zumindest bisher - durch den Larvenfraß nicht ab. Auf längere Sicht ist jedoch eine Schwächung der Kastanien zu befürchten, da sie durch das Absterben der Blätter an einer umfassenden Photosynthese gehindert werden. Allerdings existieren bisher noch keine Langzeiterkenntnisse.
Die Puppen der letzten Generation eines Jahres überwintern am Boden und in den herab gefallenen Blättern und befallen im nächsten Jahr den Baum erneut.
Schwierige Bekämpfung
Da die Kastanienminiermotte erst seit relativ kurzer Zeit in Mitteleuropa heimisch ist, existieren bei uns noch keine Fressfeinde, die sich auf die kleinen Schadinsekten spezialisiert haben. Die wichtigste Gegenmaßnahme bisher ist das Sammeln des Falllaubes im Herbst, damit die Puppen nicht überwintern können.