Sonntag, 19. Mai 2013

Natur /

Das Tiergespräch Mottenalarm im Biergarten  

Der Biologe Mario Ludwig bringt DRadio Wissen den Schädling näher.

Eine Kastanienminiermotte auf einem Kastanienblatt.
Die Kastanienminiermotte treibt ihr Unwesen zum Leidwesen der Biergartengäste. (Opuntia | Wikipedia | cc-by-sa-3.0)

Biergärten und Rosskastanienbäume gehören zusammen. Seit Mitte der 1990er-Jahre aber stört ein kleiner Schmetterling die Idylle massiv. Dessen Larven schädigen die Bäume, indem sie kleine Gänge durch die Blätter fressen. So verfärben sich die Blätter bereits im Frühsommer rotbraun und fallen ab. Und vorbei ist es mit dem schattigen Rückzugsort.

Globalisierung der Natur: Die Kastanienminiermotte kommt ursprünglich aus dem Balkan. Der Schädling breitete sich dann invasionsartig in Europa aus. Seither machen die Larven des kleinen Schmetterlings der Rosskastanie jedes Jahr von Neuem zu schaffen. Sie sorgen für vorzeitigen Blätterfall. Da die Kastanie in der Holzwirtschaft keine große Rolle spielt, wird nur wenig geforscht zur Bekämpfung der Motte. 

Langzeitauswirkungen sind noch nicht bekannt

Die Bäume selbst sterben  - zumindest bisher - durch den Larvenfraß nicht ab. Auf längere Sicht ist jedoch eine Schwächung der Kastanien zu befürchten, da sie durch das Absterben der Blätter an einer umfassenden Photosynthese gehindert werden. Allerdings existieren bisher noch keine Langzeiterkenntnisse.

Die Puppen der letzten Generation eines Jahres überwintern am Boden und in den herab gefallenen Blättern und befallen im nächsten Jahr den Baum erneut.

Schwierige Bekämpfung

Da die Kastanienminiermotte erst seit relativ kurzer Zeit in Mitteleuropa heimisch ist, existieren bei uns noch keine Fressfeinde, die sich auf die kleinen Schadinsekten spezialisiert haben. Die wichtigste Gegenmaßnahme bisher ist das Sammeln des Falllaubes im Herbst, damit die Puppen nicht überwintern können.



Mehr bei DRadio Wissen:

Biergärten: Kastanienkühlung und Brotzeitrecht
Andi Hörmann hat sich in Münchens Biergärten umgeschaut.
(Tagesthema vom 14.5.2012)

Kneipensterben: Jede vierte Kneipe hat dichtgemacht
Der Frühschoppen in der Eckkneipe oder das Feierabend-Bier im Stammlokal wird seltener. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat seit 2001 jede vierte Kneipe dichtgemacht.
(Agenda vom 13.4.2012)

Alle Tiergespräche mit Mario Ludwig im Überblick.

Weitere Informationen:

Geglückte Fahndung: Über den Ursprung der Kastanienminiermotte
Ein Gespräch mit dem Direktor am Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem, Professor H. Walter Lack
(Online-Magazin Freie Universität Berlin)

200 Jahre Biergarten in München und Oberbayern
Infos und ein Biergartenquiz vom Tourismusverband München-Oberbayern e.V.

Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum
Sonderausstellung "200 Jahre Biergarten" vom 20. April bis 1. September 2012

Kastanienzeit: Wanderung auf dem Pfälzer Kastanienweg
(Deutschlandfunk Sonntagsspaziergang vom 7.11.2010)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Natur

Eine pinke Seeanemone

BioakustikDas Rülpsen der Seeanemonen

Bernie Krause zeichnet Tiergeräusche auf: winzige Ameisen genauso wie riesige Wale.

Mehr …

Der Weltraumtransporter ATV-II Johannes Kepler in einer Computer Animation

PlanetenjagdKepler kaputt

Kepler gilt als bislang erfolgreichster Planetensucher im All.

Mehr …

Markerschütternd ist das Brunftgeschrei, mit dem der Platzhirsch im Bergwildpark Steinwasen ( Schwarzwald) sein Revier sichert und Nebenbuhler einzuschüchtern versucht

UmweltHirschinventur von oben

In den Eifelwäldern gibt es zuviel Rotwild - die Förster geben den Jägern die Schuld.

Mehr …