Mittwoch, 22. Mai 2013

Natur /

Das Tiergespräch Schaben sind hart im Nehmen  

Mario Ludwig über die unkaputtbare Kakerlake

Eine Schabe.
Recht possierlich: die Schabe an und für sich. (Stefan Ray | Flickr | cc-by-nc-2.0)

Nur die Harten kommen in den Garten - dazu gehört auch die unkaputtbare Kakerlake.

Die Schabe, die für viele Menschen Sinnbild des Ungeziefers ist, ist eines der schnellsten am Boden lebenden Insekten. 5,4 Stundenkilometer schafft eine Kakerlake. Selbst einen Geparden könnten die schnellsten Arten übertrumpfen, wenn die Geschwindigkeit der Schabe ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt wird. Hochgerechent auf die Größe des Menschen, könnten Schaben mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde locker an einem Geparden vorbeisprinten.

Kopflos

Außerdem sind Kakerlaken auch kopflos noch lebendig: Zwar leidet die Koordination während der Fortbewegung unter den fehlenden Sinnesorganen, aber erst nach neun Tagen sterben die Tiere aufgrund der fehlenden Flüssigkeitsaufnahme. Dies lässt sich vereinfacht damit erklären, dass sich das Gehirn der Insekten nicht, wie bei Wirbeltieren, ausschließlich im Kopf befindet, sondern aus einem einfachen Strickleiternervensystem besteht, das in jedem Körpersegment ein Ganglienpaar aufweist, erklärt Mario Ludwig.

Geländegängig

Wegen ihrer Robustheit sind Schaben in der Forschung auch als Versuchstiere sehr beliebt. Gerade in der Schädlingsbekämpfungsmittelindustrie gilt: "Mit einem Mittel, das eine Kakerlake umbringt, kann man todsicher auch jedes andere Insekt ins Jenseits befördern." In der Robotik versucht man gerade die Gangart der Tiere auf Roboter zu übertragen. Denn Schaben sind sehr geländegängig, drei ihrer sechs Beine berühren immer den Boden.

Weitere Tiergespräche mit Mario Ludwig.



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